22:56 11 Juli 2020
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    Die Deutsche Welle hat beim Zivilgericht in Ankara wegen eines beschlagnahmten Interviews mit dem türkischen Minister für Jugend und Sport, Akif Cagatay Kilic, Klage eingereicht. Der Sender will damit die Herausgabe des Videomaterials durchsetzen, erklärte die DW auf ihrer Webseite.

    Der türkische Sportminister Akif Kilic hatte einem DW-Moderator, Michel Friedman, am 5. September in Ankara ein Interview gegeben. Unmittelbar nach dem Gespräch ließ er das Videomaterial beschlagnahmen.

    Eine für den folgenden Vormittag gesetzte Frist für die Herausgabe der Aufnahmen habe das türkische Ministerium verstreichen lassen, hieß es in der Mitteilung. Auch eine zweite Frist, die Rechtsanwälte des Senders setzten, blieb ohne Reaktion. „Wir fordern die türkische Seite nun auf dem Rechtsweg zur unverzüglichen Herausgabe unseres Videomaterials auf“, erklärte DW-Intendant Peter Limbourg. 

    Friedman habe in dem Interview Fragen zum Putschversuch im Juli, zu den darauffolgenden Massenentlassungen und Verhaftungen, zur Lage der Presse sowie zur Stellung der Frau gestellt. 

     

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    Tags:
    Gericht, Beschlagnahme, Klage, Interview, Deutsche Welle (DW), Akif Kilic, Türkei, Deutschland