14:09 26 Juni 2019
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    „Tradierte Besatzer-Mentalität“: US-Armee verdreifacht Kampfbrigade in Franken

    © Flickr/ Demon Brigade
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    Da das US-Militär seine Präsenz an der Nato-Ostflanke verstärken will, werden offenbar „Rotationseinheiten“ aus den USA nach Ansbach verlegt. Bei der dortigen 12. Heeresflieger-Kampfbrigade soll sich die Zahl der Soldaten ab 2017 verdreifachen, schreibt die Zeitung „Nordbayern“.

    Übungen der Nato-Streitkräfte in Litauen
    © AFP 2019 / Petras Malukas
    In Ansbach-Katterbach und in einem weiteren Stützpunkt in Illesheim bei Bad Windsheim ist die 12. Heeresflieger-Kampfbrigade zu Hause. Zusammengenommen sind in beiden Orten zurzeit noch 1000 Soldaten stationiert, mit 24 Apache-Kampfhubschraubern und neun Chinook-Transporthelikoptern in Ansbach sowie 25 Maschinen vom Typ Black Hawk in Illesheim, so die Zeitung.

    Somit will das US-Militär trotz aller Sparzwänge mit „Rotationseinheiten“ weiterhin Präsenz zeigen: Einheiten, die ohne familiären Anhang für jeweils neun Monate aus den USA nach Europa verlegt werden, sollen die zuvor dort abgezogenen Brigaden ersetzen. „Es läuft ein Antrag für 2000 Soldaten, die im nächsten Jahr kommen sollen, aber es ist noch nichts entschieden“, sagte Captain Jaymon Bell, Sprecher der 12. Heeresflieger-Kampfbrigade.

    Aus den USA soll dann auch eine entsprechende Anzahl an Hubschraubern nach Ansbach verlegt werden. Auftrag sei es, die Nato-Truppen zu unterstützen und mit den Verbündeten gemeinsame Manöver etwa im Baltikum oder in Bulgarien und Rumänien abzuhalten. Kritiker befürchten aber auch wieder mehr Flugübungen in Westmittelfranken.

    Die Bürgerinitiative „Etz langt’s“ rechnet mit „massiver Mehrbelastung durch Fluglärm und Abgase“. Ansbach dürfe nicht zum Spielball von Militärinteressen werden. Die Initiative sprach von einer „tradierten Besatzer-Mentalität“.

    Ähnlich äußerte sich der Bundestagsabgeordnete Harald Weinberg (Die Linke). Bürger kämpften seit Jahren für ein Nachtflugverbot und ein Überflugverbot für Wohngebiete. Durch die „Rotation“ von Truppen zwischen Bayern und im Aufbau befindlichen Basen etwa am Schwarzen Meer werde „Ansbach zur zentralen Drehscheibe des auf europäischem Boden ausgetragenen russisch-amerikanischen Konflikts“. 

    Inzwischen hat die jüngste Umfrage von Sputnik.Polls gezeigt, die Einwohner europäischer Länder würden ausländischen Militärstützpunkten, die sich in ihren Ländern befinden, die Lösung von Sicherheitsfragen nicht anvertrauen. Nur vier Prozent der befragten Einwohner Deutschlands und fünf Prozent der Befragten in Italien meinen, dass ausländische Militärstützpunkte den Schutz ihres Landes besser als die nationale Armee gewährleisten könnten.

    Laut einem Bericht des US-Verteidigungsamtes aus dem Jahr 2015 verfügt Washington über  587 Militärobjekte außerhalb der USA. 

    Die meisten Militärobjekte in Europa sind in Deutschland zu finden, aber auch in Italien sind bedeutende Kräfte der US-Marine und Armee stationiert.

     

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    Tags:
    Rotation, Personal, verdreifachen, Deutschland, Franken, Bayern, USA