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06:33 16 Juli 2019
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    Türkische Panzer in Karakamis rollen in Richtung türkisch-syrische Grenze am 24.08.16

    „Schild“ für Terroristen: Experte zu Erdogans Projekt der Nationalen Armee in Syrien

    © AFP 2019 / Bulent Kilic
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    Der Vorschlag des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, eine „Nationale Armee“ aus den Truppen der gemäßigten Opposition zu schaffen, um die Flugverbotszone über Syrien zu kontrollieren, kann als Aushängeschild für die Deckung der Terrorgruppierungen im Land dienen, wie der türkische Politologe Mehmet Ali Güller gegenüber Sputniknews sagte.

    Güller wies darauf hin, Syrien habe schon eigene nationale Streitkräfte. Die Schaffung einer zweiten „Nationalen Armee“ könne nur das Streben nach einer Aufspaltung des Landes bedeuten. Dies stimme keinesfalls mit der früheren Erklärung Ankaras, die Operation „Euphrat-Schild“ ziele auf den „Schutz der territorialen Integrität Syriens“, überein.

    „Die türkische Regierung scheint ein Doppelspiel zu führen. Einerseits kann die Idee einer nationalen Armee mit dem Drang Ankaras verbunden sein, die Bildung eines Kurden-Korridors zu verhindern. Andererseits sieht das alles nach einem Plan aus, der Assads Sturz und die Annexion einiger syrischer Gebiete vorsieht“, meint der Politologe. Dies könne dadurch erreicht werden, dass Ankara unter einem Dach die Terrorgruppierungen vereint, die gegen die Zentralmacht in Syrien auftreten.

    Auch die Normalisierung der Beziehungen zu Russland und Israel habe dazu beigetragen, dass Erdogan sich nun in einer stärkeren Position befinde, um mit den USA über die Operationen in Rakka und Mossul zu verhandeln, so Güller.

    „Zusammenfassend kann man sagen, dass Erdogan die Strategie verfolgt, bei der er die sich ihm anbietenden Möglichkeiten dazu nutzt, um seine Position weiter zu stärken und die Macht zu konsolidieren“, schlussfolgert der türkische Experte.

    Dass Ankara immer wieder betont, eine Syrien-Regelung unter Beteiligung Assads sei unmöglich, widerspricht Güller zufolge dem Image des Landes, das eine Normalisierung der Beziehungen mit Syrien will.

    Ende August hatte die türkische Armee mit den verbündeten syrischen Rebellen die Anti-IS-Operation „Euphrat-Schild" in der Umgebung des syrischen Dscharabulus gestartet. Dabei sagte die Türkei, der Angriff ziele unter anderem auf die Befreiung des Gebietes von den kurdischen Milizen ab.

    Die Türkei befürchtet, dass mit der Erstarkung der syrischen Kurden ein zwischenstaatliches autonomes kurdisches Gebiet an der türkisch-syrischen Grenze entstehen kann.

    Damaskus hatte die Präsenz türkischer Truppen auf dem Territorium Syriens als offene Aggression bezeichnet und deren Abzug aus dem Land gefordert.

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    Kurden, Terroristen, Schutzschild Euphrat, Terrormiliz Daesh, Baschar al-Assad, Recep Tayyip Erdogan, Syrien, Türkei