03:10 11 Dezember 2017
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    MH17-Absturzort in der Ostukraine

    Donezk: Schlüsse der MH17-Kommission falsch – Beweise fehlen immer noch

    © REUTERS/ Maxim Zmeyev
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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (223)
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    Die Schlussfolgerungen der von den Niederlanden angeführten Ermittlungsgruppe, die die Katastrophe des MH17-Passagierflugzeugs untersucht, sind laut dem Vize-Stabschef der Donezker Volkswehr, Eduard Bassurin, falsch.

    Zuvor hatten Vertreter der Ermittlungsgruppe bei einer Pressekonferenz behauptet, dass das Buk-Raketensystem, welches das MH17-Passagierflugzeug 2014 abschoss, aus Russland gebracht worden sein soll.

    „Nachdem die Boeing abgeschossen worden war, gab die amerikanische Seite die Erklärung ab, dass das Flugzeug von dem unter der Kontrolle der Volkswehr stehenden Gebiet abgeschossen worden sei. Dabei beriefen sie sich auf  Videoaufnahmen, die angeblich von zwei Satelliten gemacht worden seien. Zwei Jahre sind vorbei, doch hat keiner bislang diese Aufnahmen gesehen“, so Bassurin.

    Auch die Ukraine habe auf Bitte, die Daten ihrer Flugüberwachung im Luftraum über dem Absturzgebiet der Boeing der Malaysia Airlines bereitzustellen, immer noch nichts veröffentlicht. Doch habe man sofort die Volkswehr und Russland beschuldigt. „Ich bin der Ansicht, dass der Ermittlungsprozess absichtlich auf ein totes Gleis geschoben wird. Die Kommission zieht bereits zum zweiten Mal falsche Schlussfolgerungen“, so Bassurin.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 298 Fluggästen, darunter 85 Kindern, und 15 Besatzungsmitgliedern an Bord war am 17. Juli 2014 von Amsterdam nach Kuala Lumpur unterwegs gewesen. Um etwa 15:20 Uhr MESZ verschwand die Maschine von den Radaren, als sie über der Ukraine flog. Nach Angaben russischer Fluglotsen befand sich die Boeing in diesem Augenblick etwa zehn Flugminuten bis zur russischen Grenze. Den Absturz überlebte niemand.

    Noch vor Beginn der Ermittlungen hatten viele Kiewer und westliche Politiker die ostukrainischen Volksmilizen für den mutmaßlichen Abschuss verantwortlich gemacht und Russland eine Verwicklung vorgeworfen. Moskau habe stets diese Vorwürfe als falsch zurückgewiesen, und gesagt, die Ermittlungen zur Absturzursache würden einer falschen Spur folgen.

    Der General der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte, Andrej Koban, hatte am Montag erklärt, „wäre die malaysische Boeing von einer Rakete abgeschossen worden, die östlich des Absturzortes gestartet worden wäre, hätte die russische Flugüberwachung den Flugkörper identifiziert“. Die Ukraine habe Informationen ziviler wie militärischer Einrichtungen zum Luftraum über dem Absturzgebiet der Boeing 777, doch würde sie weiterhin geheim halten. Das würde darauf hindeuten, dass „die Rakete, sofern es eine Buk war, von einem Territorium abgefeuert wurde, welches von der ukrainischen Armee kontrolliert wurde“, so Koban damals.

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