SNA Radio
    Boeing 777 der Malaysia Airlines

    Staatsduma zu MH17-Ermittlung: „Pure Diversion“ und Politisierung

    © Sputnik / Maxim Blinov
    Politik
    Zum Kurzlink
    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
    217211

    Der Bericht über die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens der internationalen Ermittlungsgruppe zu dem MH-17-Abschuss stellt eine „reine Diversion“ dar, wie der Vizevorsitzende des Auswärtigen Ausschusses in der Staatsduma, Leonid Kalaschnikow, mitteilte.

    „Diese Version ist nicht neu, sie existiert bereits lange, etwa 1,5 Jahre schon. Ich bin überzeugt, dass das eine reine Diversion ist. Das wurde als Antwort auf die Veröffentlichung von der geheimen Vereinbarung über Syrien gemacht, die die Amerikaner nicht offenlegen wollten. Genau deswegen haben sie heute dieses alberne Zeug veröffentlicht“, sagte Kalaschnikow.

    Dem Politiker zufolge braucht man für die Veröffentlichung von den Aufnahmen der Raumaufklärung, auf denen zu sehen sei, wie eine Buk-Rakete angeblich das Gebiet durchquert und dann zurückkehrt, keine zwei Jahre.

    „Das ist also eine Fälschung, die sie bereits lange Zeit geheim hielten, und aus einem unbekannten Grund jedoch nicht veröffentlichten. Und nun haben sie das gemacht. Aus meiner Sicht haben sie das höchstwahrscheinlich als Antwort auf unsere Erklärung über einen Teil der Vereinbarung über Syrien veröffentlicht“, schloss der Abgeordnete.

    Der Chef des GUS-Ausschusses der russischen Staatsduma, Leonid Sluzki, bezeichnete die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens seinerseits als äußerst politisiert. „Ich glaube keine von diesen Schlussfolgerungen. Natürlich schossen russische Buks die malaysische Boeing nicht ab. Diese Schlüsse dienen einem einzigen Ziel – der weiteren Marginalisierung von Russlands Image im politischen und Informationsraum der Welt“, sagte Sluzki.

    Die Erklärung der Arbeitsgruppe sei zweifelsohne äußerst provokativ, doch habe sie „mit der realen Ermittlung der Tragödie, die vielen Menschen das Leben kostete, nichts zu tun“. Das würden inzwischen viele Politiker und Menschen in verschiedenen Ländern verstehen.  

    Nach MH17-Absturz: JIT-Ermittler testen in Finnland diverse „Buk“-Raketen

    „Deswegen werden sich die Schlussfolgerungen der Arbeitsgruppe für das Ansehen der Gruppe selbst als Bumerang erweisen“, schloss der Abgeordnete.

    Kreml-Sprecher Dmitri Peskow teilte zuvor mit, dass die Ermittlung zu den Umständen des Absturzes der malaysischen Boeing im Raum Donezk im Jahr 2014 von Spekulationen, Verheimlichung und Nichtbereitstellung von Radardaten durch mehrere Staaten begleitet sei.

    Es würden völlig unterschiedliche Experten-Standpunkte, aber auch unumstößliche Tatsachen existieren. Deswegen sei es wichtig, Schlüsse zu ziehen unter Berücksichtigung der jüngsten Informationen, die russische Militärs veröffentlichten.

    Auf einer Pressekonferenz am Montag hatte das russische Verteidigungsministerium die objektiven Daten der Flugüberwachung vorgestellt – die Daten einer Radaranlage, die in Ust-Donezk, einer südrussischen Gemeinde nahe der ukrainischen Grenze, stationiert gewesen war. Ihnen zufolge waren östlich der malaysischen Boeing kurz vor deren Absturz keinerlei Flugbewegungen außer zwei weiteren Passagiermaschinen festgestellt worden. Wie der General der russischen Luft- und Weltraumstreitkräfte, Andrej Koban, sagte, hat die Ukraine aufschlussreiche Informationen über den Absturz der malaysischen Boeing, hält diese jedoch zurück.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur etwa um 15.20 Uhr MESZ im Luftraum über der Ukraine von den Radaren verschwunden. Nach Angaben russischer Fluglotsen befand sich die Boeing in diesem Augenblick etwa zehn Flugminuten von der russischen Grenze entfernt. Den Absturz überlebte niemand.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)

    Zum Thema:

    MH-17-Absturz: Russisches Ministerium wirft Bellingcat Entstellung der Fakten vor
    Mit Spannung erwartet: Teil 2 des Berichts zum MH17-Absturz wird heute veröffentlicht
    „Gezielte Täuschung“: Raketenbauer nehmen Bellingcat-Bericht zu MH17 auseinander
    General: MH17-Abschuss war ein tragischer Zufall
    Tags:
    Vereinbarungen, Veröffentlichung, Abschuss, Ermittlung, Buk-Rakete, MH17-Absturz, Leonid Kalaschnikow, Leonid Sluzki, Niederlande, Syrien, USA, Russland