05:44 20 September 2017
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    USA drohen Dialog mit Russland in Syrien zu beenden

    © Sputnik/ Michael Alaeddin
    Politik
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    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
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    Sollte Moskau keine Schritte zu einer friedlichen Beilegung des syrischen Konflikts unternehmen, werden die USA den Syrien-Dialog mit Russland abbrechen, wie US-Außenminister John Kerry in einem Telefongespräch mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow mitteilte.

    Laut dem Sprecher des US-Außenministeriums John Kirby hat Kerry seinem russischen Kollegen nahegebracht, dass die Vereinigten Staaten "den bilateralen Dialog" mit Russland abbrechen werden, wenn nicht "sofort Schritte zur Beendigung der Aleppo-Offensive und zur Einstellung der Kampfhandlungen unternommen werden".

    Auch wären die USA in einem solchen Fall nicht mehr dazu bereit, mit Russland ein gemeinsames Zentrum für die Aussöhnung der rivalisierenden Parteien zu gründen.

    Bei dem Gespräch habe Kerry Russland für den Einsatz von Brandbomben, Attacken auf Krankenhäuser, die Offensive der syrischen Regierungstruppen und die humanitäre Lage in der Stadt verantwortlich gemacht.

    Am 9. September hatten die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und John Kerry, nach 14-stündigen Verhandlungen ein Paket aus fünf Dokumenten zwecks Einstellung der Kampfhandlungen und der Wiederaufnahme des politischen Prozesses in Syrien vereinbart. Unter anderem sollten dabei die Terroristen von den so genannten „gemäßigten“ Oppositionellen abgegrenzt werden. Zudem wurde die Versorgung Aleppos und anderer Städte mit humanitären Hilfsgütern vereinbart. Nachdem die Waffenruhe geplatzt ist, wurden diese Pläne jedoch nicht realisiert.

    Am 17. September hatten Fliegerkräfte der US-geführten Koalition Stellungen der syrischen Regierungsarmee im Raum der Stadt Deir ez-Zor angegriffen. Dabei kamen 62 syrische Soldaten ums Leben, es gab rund 100 Verletzte. Moskau kritisierte den Angriff scharf. Die syrische Armee hatte danach das Ende der Waffenruhe erklärt, da sich die Rebellen nicht daran gehalten haben. Auch Moskau hatte daraufhin die weitere Einhaltung der Feuerpause in Syrien als sinnlos bezeichnet.

    Zuvor hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow geäußert, dass der Westen seinen Syrien-Verpflichtungen nicht nachkomme. „Der Oberste Befehlshaber der USA, Barack Obama, hat, wie mir immer beteuert wurde, die Kooperation mit Russland unterstützt.

    Er hat das selbst beim Treffen mit Präsident Putin in China bestätigt. Allem Anschein nach wollen die Militärs dem Obersten Befehlshaber nicht gehorchen“, sagte Lawrow.

    Als Moskau nach dem Angriff auf den UN-Hilfskonvoi in Syrien eine umfangreiche Ermittlung forderte, habe dies eine seltsame Reaktion in den USA ausgelöst. US-Außenminister John Kerry habe erklärt, Russland sei in jedem Fall schuld. „Er wurde anscheinend an die Wand gedrückt, weil er von der Militärmaschine der USA heftig kritisiert wird“, sagte Lawrow.

    Am Sonntagabend war der UN-Sicherheitsrat auf Anregung der USA, Großbritanniens und Frankreichs zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen.

    Behandelt wurde die Lage im syrischen Aleppo, wo es wieder zu umfassenden Kampfhandlungen zwischen der Regierungsarmee und den bewaffneten Rebellen gekommen war. Die USA und ihre Verbündeten schrieben Russland die Hauptschuld für das Scheitern des Waffenstillstandes in Syrien zu. 30 syrische Oppositionsgruppen nannten Russland einen „Geldgeber des Regimes" des Präsidenten Bashar al-Assad und haben eine weitere russische Vermittlung bei der Friedensregelung zurückgewiesen.

     

    Themen:
    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
    Tags:
    John Kirby, John Kerry, Sergej Lawrow, Syrien
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