12:16 23 April 2019
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    Rüstungskonzern Almaz-Antey, in dem unter anderem Buk-Luftabwehrraketen gebaut werden

    Almaz-Antey: JIT-Ermittler ignorierten technische Momente des Absturzes von MH17

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    Experten der internationalen Gruppe JIT (Joint Investigation Team), die den Absturz der malaysischen Boeing MH17 über der Ostukraine 2014 untersuchen, haben in ihrem Bericht technische Momente ignoriert. Das sagte Michail Malyschewski, Berater des Chefkonstrukteurs des russischen Rüstungskonzerns Almaz-Antey, am Mittwoch in Moskau.

    Die vom Konzern angestellten drei Experimente hätten die Version erstarkt, wonach die Buk-Rakete im Juli 2014 im Raum der Siedlung Saroschtschenskoje abgefeuert worden sei, die damals von der ukrainischen Armee kontrolliert wurde. Saroschtschenskoje liegt etwa 23 Kilometer von der Siedlung Perwomajski, wo sich nach JIT-Angaben das Buk-Raketensystem befand.

    Statt auf technische Details einzugehen, hätten die JIT-Ermittler anhand eines Modells rekonstruiert, dass die Rakete, die die malaysische Boeing zerstört habe, aus der Gegenrichtung gekommen sein muss. Dabei wies Malyschewski darauf hin, dass sich niederländische Spezialisten bei der Bestimmung der Zerstörungszone und der Flugbahn der Rakete geirrt hatten. „Die an einem 3D-Modell gezeigten Beschädigungen stimmen mit realen nicht überein“, sagte der Experte.

    Die Niederländer hätten auch die von Russland im Juni 2015 zur Verfügung gestellten Geheimdaten zur Rakete nicht mit berücksichtigt. Das betreffe auch die Dichte der Einschlagslöcher. „Der ganze technische Bericht stützt sich auf nicht glaubwürdige Daten. Die von unserem Konzern durchgeführten Experimente führten vor Augen, dass Almaz-Antey die richtige Spur verfolgt“, sagte Malyschewski.

    Viktor Meschtscherjakow vom Elektromechanischen Werk Lianosowo wies darauf hin, dass das Radar die angeblich von Sneschnoje abgefeuerte Rakete nicht geortet hatte. „Das heißt, dass sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,99 Prozent nicht von diesem Ort gestartet war. Die Rakete wurde von einem anderen Ort abgefeuert“, sagte er.

    Aus dem JIT-Bericht geht hervor, dass die Rakete von einem Feld bei Sneschnoje-Vorort Perwomajski gestartet war, der damals von der Volkswehr der selbsternannten Republik Donezk kontrolliert wurde. Die Ermittler behaupten, dass sie auch die Version des Raketenstarts von Saroschtschenskoje geprüft, dabei aber keine Belege dafür entdeckt hatten. Dabei wird im Bericht behauptet, dass Saroschtschenskoje damals von der Volkswehr kontrolliert wurde.

    Am 2. Juni 2015 teilte Konstantin Knyrik vom Informationszentrum der Donezker Republik mit, dass Saroschtschenskoje am 18. Juli 2014 von der ukrainischen Armee kontrolliert wurde. Darauf wies auch Eduard Bassurin vom Donezker Verteidigungsministerium hin.

    Den Ermittlern zufolge wurde die Buk-Anlage nach dem Raketenstart via Sneschnoje, Debalzewo und Lugansk nach Russland zurückgebracht. Bei der Pressekonferenz führten JIT-Experten Audioaufzeichnungen vor, die belegen sollen, dass die Buk-Anlage am 18. Juli vom Territorium der Ukraine abgeschleppt worden sein soll.

     

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