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    Syrien-Lösung in Sackgasse: USA verlieren Ziel aus den Augen – Experte

    © Sputnik / Maxim Blinov
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    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
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    Durch den russischen Luftwaffeneinsatz ist es gelungen, Syrien als Staat zu erhalten, wie der russische Auslandsexperte Fjodor Lukjanow in einem Sputnik-Interview sagte. Doch sei aufgrund der Spannungen mit den USA weder eine politische Regelung, noch eine Stabilisierung im Land in Sicht.

    „Wenn sich Russland vor einem Jahr nicht eingemischt hätte, würde wahrscheinlich weder Baschar al-Assad, noch der Staat Syrien mehr existieren. Das Risiko eines derartigen Szenarios im Sommer und Herbst 2015 war äußerst real“, sagte Lukjanow.

    Doch könne man auch nicht sagen, dass es seitdem gelungen sei, eine politische Lösung zu finden oder die Situation zu stabilisieren. Mittels Kampfhandlungen könne keine der Konfliktparteien gewinnen.

    „Die Situation in Syrien wird immer weiter erschwert. Öl ins Feuer gießen zudem die ständigen gegenseitigen Anschuldigungen seitens der USA und Russlands über den Unwillen, die Handlungen in einem notwendigen Format für einen gemeinsamen Sieg über den IS koordinieren zu wollen. Dies führte jüngst zum traurigen Scheitern des Waffenstillstandes, das die USA vom UN-Rednerpult sofort, jedoch ohne jegliche Beweise, Russland zur Last legten“, so der Experte.

    Zwar gehöre der Informationskrieg zum Widerstand im Syrien-Konflikt, so Lukjanow, doch werde dieser dadurch noch weiter verschärft, dass die USA selbst in Bezug auf eigene Ziele in Syrien dermaßen durcheinander geraten seien, dass sie sich im Land bereits ziemlich unsicher fühlen würden.

    „Russland spielt dagegen heute in Syrien eine sehr wichtige, fast die Hauptrolle hinsichtlich dessen Einflusses darauf (auf den Konflikt – Anm. d. Red.). Das erregt Anstoß und Ärger bei den Amerikanern“, so Lukjanow weiter.

    Vor dem Hintergrund der gereizten Rhetorik Washingtons gebe es also vorerst keine Hoffnung auf eine baldige Waffenruhe in Syrien. „Heute gibt es keine Perspektiven für den Waffenstillstand. Unter Amerikanern gibt es zwar diejenigen, die tatsächlich auf eine Vereinbarung eingestellt sind. Ich glaube, Präsident Obama und Außenminister Kerry sind darauf eingestellt. Das Pentagon hat dagegen eine ganz andere Position“, so der Experte. Dabei gehe Obamas Amtszeit zu Ende, weswegen er offensichtlich immer weniger Möglichkeiten habe, eine eigene Linie durchzusetzen. Das Pentagon traue seinerseits Russland jedoch gar nicht, schloss Lukjanow.

    Am Sonntagabend war der UN-Sicherheitsrat auf Anregung der USA, Großbritanniens und Frankreichs zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen. Behandelt wurde die Lage im syrischen Aleppo, wo es wieder zu umfassenden Kampfhandlungen zwischen der Regierungsarmee und den bewaffneten Rebellen gekommen war. Die USA und ihre Verbündeten schrieben Russland die Hauptschuld für das Scheitern des Waffenstillstandes in Syrien zu. 30 syrische Oppositionsgruppen nannten Russland einen „Geldgeber des Regimes" des Präsidenten Baschar al-Assad und haben eine weitere russische Vermittlung bei der Friedensregelung zurückgewiesen.

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    Ziel, Beweise, Rettung, Syrien-Regelung, Syrien-Konflikt, Informationskrieg, Waffenruhe, Fjodor Lukjanow, Baschar al-Assad, Syrien, USA, Russland