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    Ermittlungen zu MH17-Absturz (224)
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    Laut dem russischen Außenminister Sergej Lawrow wäre es verfrüht, noch vor dem Abschluss der Ermittlungen zum Absturz der malaysischen Boeing im Jahr 2014 im Donbass jegliche Schlüsse zu ziehen. Das sagte er in einem Interview für den TV-Sender BBC World.

    „Was technische Details und Zeugenberichte betrifft, auf die sich die Ermittler berufen, so stammen sie aus Videos in sozialen Netzwerken und von nicht genannten Augenzeugen. Wie die Ermittler selbst äußerten, ist die Untersuchung noch nicht beendet und soll fortgesetzt werden“, so Lawrow.

    Der Minister lehnte eine Entschuldigung im Namen Russlands im Zusammenhang mit der Boeing-Katastrophe ab. Auf die Bemerkung des Interviewers hin, es lägen Zeugnisse dafür vor, dass der Fla-Raketenkomplex Buk, mit dem die Maschine abgeschossen worden sei, aus russischer Produktion stamme, sagte Lawrow, es sollten keine voreiligen Schlüsse gezogen werden.

    Der Minister betonte, dass Moskau umfangreiche Unterlagen zu dem Jet-Absturz veröffentlicht und sie der Ermittlungskommission zur Verfügung gestellt habe. Eine Reaktion sei bisher ausgeblieben.

    Lawrow sagte außerdem, dass die Kommission die von der Ukraine und den USA bereitgestellten Angaben noch nicht veröffentlicht habe.

    In einem Bericht der Internationalen Untersuchungsgruppe wird behauptet, dass die Buk-Raketenanlage, mit der die Boeing abgeschossen wurde, aus Russland in den Donbass transportiert und dann zurückgebracht worden sei.

    Wie das russische Außenministerium betonte, handelt das Ermittlerteam parteiisch und berücksichtigt nur die von der Ukraine vorgelegten Angaben. Die vom russischen Konzern „Almaz-Antey“ vorgenommenen Experimente beweisen, dass der Jet von dem vom ukrainischen Militär kontrollierten Gebiet abgeschossen wurde, hieß es.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit 298 Menschen an Bord war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur von den Radaren verschwunden. Nach Angaben russischer Fluglotsen befand sich die Maschine zu diesem Zeitpunkt etwa zehn Flugminuten von der russischen Grenze entfernt. Den Absturz überlebte niemand.

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    Ermittlungen, MH17, Sergej Lawrow, Russland, Ukraine