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    Säbelrasseln im Pazifik: „Die USA könnten im geopolitischen Vakuum landen“

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    Ein wirtschaftliches Wetteifern gegen China im Asien-Pazifik-Raum ist eine sehr schwierige Aufgabe, deshalb bleibt den USA nichts Anderes übrig, als dort mit dem Säbel zu rasseln. So kommentiert ein russischer Asien-Experte die Pläne des Pentagons für eine massive Umrüstung in der Region.

    Dmitri Mosjakow, Leiter der Südostasien-Studien am Orientalistik-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften, sagte der Online-Zeitung vz.ru, die USA seien sich darüber im Klaren, dass ihr geplanter Sicherheitsgürtel um China gescheitert sei.

    „Niemand vertraut den US-Amerikanern, niemand will sich mit China streiten. Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte führt derzeit Gespräche mit China und sucht Wege, um den Gebietsstreit im Südchinesischen Meer friedlich zu regeln. Im Asien-Pazifik-Raum könnten die USA im geopolitischen Vakuum landen. Die anderen Länder streben ebenfalls eine ausbalancierte Position zwischen den USA und China an, sie gehen keine Konfrontation mit Peking ein“, so Moskjakow.

    Die Situation in Ostasien ähnle gewissermaßen der im Nahen Osten, wo die US-Pläne ebenso dem Scheitern nahe seien. Vor diesem Hintergrund werde Washington nervös, kommentierte der russische Experte.

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    „Noch im Jahr 2011 hatte Hillary Clinton von der Gefahr einer chinesischen Expansion gesprochen und für eine ‚Rückkehr nach Asien‘ plädiert. Es ist allerdings ziemlich schwierig, mit China in dieser Region wirtschaftlich zu wetteifern, denn China verfügt über große Investitions-Ressourcen sowie eine einflussreiche Diaspora in allen Ländern des Asien-Pazifik-Raums. Es bleibt also nichts Anderes übrig als mit dem Säbel zu rasseln“, sagte Mosjakow.

    US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte Ende September gesagt, sein Land wolle binnen fünf Jahren mehrere Dutzendmilliarden Dollar für die Modernisierung seiner Militärkräfte im Asien-Pazifik-Raum ausgeben. Es sei unter anderem geplant, die Atom-U-Boote der Virginia-Klasse schwerer mit Raketen zu bewaffnen und mehr unbemannte Tauchfahrzeuge zu bauen. Zu erwarten seien Projektile von größerer Reichweite und Präzision, aber auch „weitere Überraschungen“ für potenzielle Gegner. F-35-Kampfjets sollen laut Carter massiv gekauft, Tankflugzeuge modernisiert werden. All dies soll „im Interesse des Friedens, der Stabilität und des Fortschrittes im Asien-Pazifik-Raum“ geschehen, so der Pentagon-Chef.

    Vz.ru kommentierte: „Man könnte vermuten, gegen wen sich diese Umrüstung richtet. Noch am 7. September hatte Carter in Oxford gesagt, dass Russland mit seinem Vorgehen darauf aus sei, die etablierte Weltordnung zu zerstören. Kurz zuvor hatte der Pentagon-Chef verkündet, Russland rangiere ganz oben auf der Liste der Top-Schwierigkeiten für Amerika, und zwar vor China, Nordkorea, dem Iran und der Terrorgruppe IS. Man muss auch berücksichtigen, in welchem Kontext Carters jüngste Erklärung über geplante ‚Überraschungen‘ verabschiedet wurde. Am 12. September hatten Russland und China ein gemeinsames Marinemanöver nahe der umstrittenen Inselgruppe Spratly im Südchinesischen Meer gestartet.“

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