04:41 06 August 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Mehrere hundert Demonstranten haben Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und andere geladene Gäste beim Empfang zur zentralen Einheitsfeier in Dresden lautstark beschimpft, wie deutsche Medien berichten. Nun fordern die Beschimpften mehr Respekt von ihren aufgebrachten Bürgern.

    Die Demonstranten, vor allem Anhänger des ausländerkritischen Pegida-Bündnisses, riefen vor dem weiträumig abgesperrten Veranstaltungsort am neu errichteten Neumarkt mit Frauenkirche, „Volksverräter“ und „Merkel muss weg“. Unter den Kritikern war auch Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann. Augenzeugen sprachen von einem Spießrutenlauf für Gäste und Politiker.

    ​Die Proteste griff der amtierende Bundesratspräsident und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich auch beim Festakt in der Semperoper auf. In seiner Rede plädierte Tillich dafür, mit Worten gewisse Grenze nicht zu überschreiten: „Beschämt erleben wir, dass Worte die Lunte legen können für Hass und Gewalt“, sagte er. Das sei „menschenverachtend und zutiefst unpatriotisch. Dem stellen wir uns allen entgegen.“

    ​Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel rief zu mehr Respekt in der politischen Auseinandersetzung auf. 26 Jahre nach der Einheit gebe es sicher neue Probleme und neue Arbeit, sagte Merkel, aber: „Ich persönlich wünsche mir, dass wir diese Probleme gemeinsam, in gegenseitigem Respekt, in der Akzeptanz sehr unterschiedlicher politischer Meinung lösen“, zitieren deutsche Medien die Kanzlerin.

    Für den heutigen Montag sind insgesamt elf Demonstrationen gegen Merkels Flüchtlingspolitik in Dresden angemeldet.

    Bereits am Sonntag hat ein Brandanschlag auf drei Polizeifahrzeuge sowie Pöbeleien gegen Oberbürgermeister Dirk Hilbert für Aufregung gesorgt. Der Politiker hatte Muslime zum islamischen Neujahrsfest ins Rathaus eingeladen und wurde anschließend von Pegida-Anhängern beschimpft.

     

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    Rücktritt, Pöbeleien, beschimpfen, Demo, Einheitsfeier, PEGIDA, Joachim Gauck, Angela Merkel, Deutschland, Dresden