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    Der Präsident der Ukraine Petro Poroschenko soll einen Kampfverband im Donbass mit abgemusterten Schützenpanzern ausgestattet haben. Dies behauptet die ehemalige Kampfpilotin Nadja Sawtschenko, die jetzt als Abgeordnete im ukrainischen Parlament (Rada) sitzt.

    Wie sie auf Facebook konkretisierte, geht es um 16 SPW, die die Kämpfer der 92. Brigade in diesem März von Poroschenko erhalten hatten. „Beim Einsatz auf dem Übungsgelände vor der Entsendung in die Zone der Anti-Terror-Operation (so nennt Kiew die Kampfhandlungen im Donbass – Anm. d. Red.) ist diese ganze Technik einfach ‚liegengeblieben‘, hauptsächlich wegen Defekten in der Hydraulik und ihm Fahrwerk“, so die Abgeordnete.

    Ihr zufolge haben sich die ukrainischen Militärangehörigen daraufhin auf alten Fahrzeugen in die Zone der Militäroperation im Donbass begeben müssen. Die vom Präsidenten dem Militär übergebenen Schützenpanzer seien zur Reparatur in das Panzerwerk  nach Charkow gebracht worden. „Ich werde alle Maßnahmen zum Reagieren von Seiten des Parlaments ergreifen – Anfragen an die Verteidigungsindustriebehörde, an den Präsidenten des Landes, an die Rechtsschutzorgane“, versprach Sawtschenko.

    Від початку своєї депутатської діяльності та роботи в комітеті Верховної Ради України з питань національної безпеки і об…

    Опубликовано Надія Савченко 2 октября 2016 г.

    Am 2. August hatte die Abgeordnete  eine Bestrafung der ukrainischen Militärführung für die zahllosen Verluste der Streitkräfte im Jahr 2014 und Anfang 2015 gefordert. Dem fügte sie hinzu, dass Poroschenko und der Verteidigungsminister Stepan Poltorak persönlich die Bestrafung der Schuldigen behindern würden.

    Im Juli hatte Sawtschenko ihre Bereitschaft bekundet, Verteidigungsministerin der Ukraine zu werden. Als Hauptproblem der Streitkräfte nannte sie die aufgeblähte Personalstärke und die große Anzahl von Generälen.

    Die ukrainische Kampfpilotin Nadeschda Sawtschenko hatte 2014 als Mitglied des rechtsextremen Bataillons Aidar gegen die Volksmilizen im Donbass gekämpft. Sie wurde gefangen genommen und von einem russischen Gericht wegen Beihilfe zur Ermordung von zwei russischen Journalisten schuldig gesprochen. Am 25. Mai 2016 wurde die zu 22 Jahren Haft verurteilte Ukrainerin von Russlands Präsident Waldimir Putin begnadigt und kehrte noch am selben Tag nach Kiew zurück. Sie war noch während ihrer Haft in Russland in Abwesenheit als Abgeordnete der Vaterlandspartei von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko in die Werchowna Rada, das ukrainische Parlament, gewählt und dann auch als Delegierte des Landes in die Parlamentarische Versammlung des Europarates entsandt worden.  Ihre Äußerungen im Parlament und in den Medien sollen bereits zu Spannungen mit den Machteliten geführt haben.

    Neues ukrainisches Militärfahrzeug: Nach Tauglichkeitsbestätigung Risse entdeckt

    Im Osten der Ukraine schwelt seit rund zwei Jahren ein militärischer Konflikt. Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich vom Februar in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten.

    Bei den Gefechten zwischen dem Kiew-treuen Militär und örtlichen Bürgermilizen sind laut UN-Angaben mehr als 9.500 Menschen ums Leben gekommen. Seit September 2015 gilt in der Region eine Waffenruhe, die jedoch immer wieder verletzt wird.

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    Tags:
    Nadeschda Sawtschenko, Petro Poroschenko, Ukraine