16:44 17 Februar 2020
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    Migrationsproblem in Europa (1282)
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    Das Referendum zur EU-Flüchtlingspolitik in Ungarn und der Vorschlag des tschechischen Präsidenten Zeman, alle irregulären Migranten in dünnbesiedelte Gebiete Afrikas und auf abgelegene griechische Inseln abzuschieben, sind laut dem Politologen Aleksandar Pavic als Reaktion der Alt-Europäer auf den „Multikulturalismus um jeden Preis“ zu deuten.

    Die Funktionäre aus den „alten“ EU-Staaten setzten die Politik des Multikulturalismus aus der Epoche der Globalisierung fort, die heute der Vergangenheit angehöre, sagte Pavic in einem Interview für Sputnik.

    Zwischen den EU-Eliten und der Gesellschaft sei eine Riesenkluft zu sehen, denn das Volk sei darüber empört, dass die ihm angewohnte Lebensweise gefährdet sei.

    Laut dem Experten hatten Angela Merkel und die Brüsseler Elite vor zwei Jahren im Namen der gesamten Europäischen Union großherzig die Türen für einen unkontrollierten Migranten-Zustrom geöffnet, ohne nach jemands Zustimmung zu fragen. Angesichts einer Wirtschaftskrise und der unerwartet hohen Migrantenzahl sei es zu einer negativen Reaktion gekommen. Als erste hätten sich die „jungen“ EU-Länder empört, die sich (…) nicht lange unter dem Druck der globalistischen Eliten befunden und daher ihr Nationales Gefühl bewahrt hätten, so Pavic.

    Diese nicht gerade reichen Staaten könnten einem so starken Andrang der Migranten nicht standhalten, so der Experte. 
    Nach seiner Überzeugung wird es in Europa nichts mehr beim alten bleiben, weil die Empörung über den anhaltenden Migrantenzustrom auch in anderen Ländern aufsteigen werde. Merkel habe das an sich selbst, das heißt an den Wahlergebnissen ihrer Partei gespürt.

    Der Politologe erwähnte in diesem Zusammenhang die Präsidentenstichwahl in Österreich, dessen Bürger gegen die unkontrollierte Migration protestieren. Pavic schloss nicht aus, dass nach dem Referendum in Ungarn solche Volsabstimmungen auch in anderen Ländern, beispielswiese in Polen, Tschechien und der Slowakei, stattfinden könnten. Die Völker dieser Länder lehnten die von der EU betriebene Politik ab, so Pavic.

    Die Türkei könnte jederzeit Hunderttausende Migranten nach Europa einströmen lassen, fügte der Politologe hinzu. In einem solchen Fall würden ernste Probleme aufkommen und möglicherwiese auch Unruhen beginnen. Die ablehnende Haltung gegenüber die Migranten könnte dann allmählich in eine türken- oder sogar islam-feindliche Stimmung umwandeln, so der Politologe.

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