14:49 23 September 2018
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    Angst unter US-Diplomaten: Kann ein Trump-Berater Botschafter in Russland werden?

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    US-Diplomaten befürchten, dass bei der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten, einer seinen Berater zum US-Botschafter in Russland berufen werden könnte, wie die Zeitung „Politico“ am Montag berichtet.

    Die Sympathie Trumps zu Russland löse, so „Politico“, bei Diplomaten immer wieder Besorgnis aus. Der ehemalige US-Botschafter in Russland, Michael McFaul, ist über die zahlreichen Äußerungen der Berater Trumps über Russland besorgt. „Es würde mich beunruhigen, wenn einer dieser Berater der nächste Botschafter der USA in Russland würde“, so McFaul.

    Die Zeitung „Daily Beast“ berichtete am Samstag, dass die republikanische Mehrheit im US-Kongress die Versuche der Demokraten blockiere, eine Untersuchung möglicher Verbindungen zwischen Trump und Russland zu starten. Nach Zeitungsangaben bereiteten Demokraten ein Schreiben an das FBI mit Bitte um entsprechende Untersuchung vor. Allerdings weigerten sich die republikanische Senatoren und Mitglieder des Repräsentantenhauses, dieses Dokument zu unterschreiben. 

    Folgen für Russland-Politik: Trump und Clinton im Vergleich

    Ohne Zustimmung der Republikaner können die Demokraten keine Zeugen vorladen, die über Trump und seine Verbindungen zu Russland sprechen könnten. Die Zeitung schreibt, dass die Republikaner während des Wahlkampfs keine Untersuchungen zu ihren Kandidaten initiieren wollen. Sie kritisieren jedoch weiterhin die Demokraten-Kandidatin Hillary Clinton wegen ihrer E-Mail-Affäre, obwohl die offizielle Untersuchung bereits beendet ist.

    Der Leiter von Trumps Wahlstab, Paul Manafort, hatte zuvor seinen Rücktritt erklärt, nachdem die Zeitung „New York Times“ ihm undurchsichtige Deals mit der ukrainischen Partei der Regionen des ehemaligen Präsidenten Viktor Janukowitsch vorgeworfen hatte. Manafort wurden zudem Geschäftsverbindungen nach Russland vorgeworfen, was angesichts des aktuellen Zustands der bilateralen Beziehungen als kompromittierende Information gilt.

    Medien erörtern außerdem immer wieder die engen Verbindungen des außenpolitischen Beraters Trumps, Carter Page, nach Russland. Page ist US-Investmentbanker, der auch dank Deals mit Russland und Gazprom Karriere machte. Wie „Daily Beast” berichtet, traf Page sich noch im Juli mit einigen russischen Beamten.

    Auch Trump selbst wurden Verbindungen nach Russland vorgeworfen. Der Republikaner habe Geschäftsinteressen in der ganzen Welt hat, jedoch bislang keine aktiven Geschäfte in Russland. 

    Amerikaner stimmen Trumps Worten über Putin zu – „The Washington Post“

    Russland wird zudem Einflussnahme auf die Wahlen in den USA und Hackerangriffe auf die Computer von US-Einrichtungen, Wahllokalen und der Demokratischen Partei vorgeworfen. Das FBI untersuchte die Hackerangriffe, teilt allerdings nicht mit, ob auch im Umfeld von Trump ermittelt werde.

    Der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow, bezeichnete die Vorwürfe gegen Russland als absurd.

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