18:39 05 Dezember 2019
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    Frauke Petry, Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD)

    AfD-Chefin: Mit Folter-Regime kooperieren und Russland boykottieren ist verrückt

    © REUTERS / Stefanie Loos
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    Die Alternative für Deutschland (AfD) will laut ihrer Vorsitzenden Frauke Petry die Beziehungen zu Russland wieder normalisieren. Sie selbst halte es für verrückt, dass Deutschland einerseits mit den Regimen in Saudi-Arabien und der Türkei zusammenarbeitet und gleichzeitig Russland sanktioniert.

    „Wir wollen die Beziehungen zu Russland wieder normalisieren. Von Wirtschaftssanktionen halten wir nichts“, sagte die AfD-Chefin in einem Gespräch mit Alexander Tschalenko, einem Kolumnisten des Portals Ukraina.ru.

    Petry erklärt ihre Haltung: „Deutschland kooperiert im westlichen Bündnis mit einem Folter- und Exekutions-Regime wie Saudi-Arabien, von wo aus die islamische Expansion nach Europa gesteuert und finanziert wird. Deutschland arbeitet mit der Türkei zusammen, deren Führer dabei ist, ein ehemals säkulares und demokratisches Land in ein islamisches Sultanat umzuwandeln. Aber wir boykottieren Russland. Das ist verrückt.“

    Was den Krieg im Donezbecken angehe, so glaube Petry nicht, dass es nur einen einzigen Verantwortlichen gebe: „Wir halten aber vor allem die Einmischung von Nato und EU für absolut schädlich.“

    Zum Streit um den Beitritt der Krim zu Russland räumte die AfD-Chefin ein, dass die Schwarzmeerhalbinsel eine „enorme geostrategische Bedeutung“ für Russland habe. „Man kann als Staatsrechtler streiten, ob Russland die Krim annektiert hat oder ob eine Sezession der Krim von der Ukraine stattfand. Jedenfalls wird Russland sie nicht wieder hergeben“, so Petry.

    „Bis die AfD ihren ersten Außenminister stellt, werden Russland und die Ukraine hoffentlich einen Modus gefunden haben, den wir dann anerkennen können“, hieß es weiter von der Parteichefin. Zugleich warnte sie vor einer Aufnahme der Ukraine in die EU:

    „Wenn wir die vorschnelle EU-Osterweiterung für eine wesentliche Fehlentwicklung halten, wäre es inkonsequent, die Ukraine in EU oder Nato aufzunehmen. Außerdem würden derartige Schritte die Spannungen mit Russland auf eine unverantwortliche Weise erhöhen.“

    Realistischer als eine EU nach aktuellem Muster wäre ihr zufolge ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten und Regionen, mit verschiedenen Währungen, die sich an der jeweiligen wirtschaftlichen Leistungskraft der Länder ausrichten, „mit Grenzen, die unseren schönen Kontinent vor der Massenmigration aus Afrika und dem Orient schützen“. Dass sich innerhalb dieser neuen EU einzelne Staaten zu Währungs- und Grenzschutzbündnissen zusammenschließen, sei durchaus wahrscheinlich.

    Petry trat der Meinung entgegen, dass die Partei „Recht und Gerechtigkeit“, die gegenwärtig in Polen an der Macht ist, proamerikanisch und antideutsch sei: „Ich glaube nicht, dass Polen eine antideutsche Zukunft anstrebt. Tatsächlich wird die Völkerwandung aus Nordafrika und Vorderasien Polen und zumindest das von uns vertretene Deutschland zusammenschweißen.“

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    Tags:
    Partei Alternative für Deutschland (AfD), Frauke Petry, Deutschland, Russland