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    Türkische Soldaten an irakischer Grenze (Archiv)

    Türkei darf bei Anti-IS-Einsatz in Mossul nicht auf Kurden setzen – Experte

    © AFP 2019 / Mustafa Ozer
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    Der türkische Brigadegeneral a.D. Haldun Solmaztürk hat in einem Interview mit Sputnik die Haltung seines Landes kritisiert, das seine Anti-IS-Aktivitäten im Nordirak nicht mit der irakischen Regierung vereinbaren will.

    Am Dienstag hatte das türkische Außenministerium die Resolution des irakischen Parlaments verurteilt,  in der die irakischen Abgeordneten gegen die türkische Militärpräsenz nahe Baschika unweit von Mossul und gegen die Verlängerung dieser Präsenz  bis Oktober 2017 protestieren. Der irakische Repräsentantenrat hatte die Regierung aufgefordert, die notwendigen juristischen und diplomatischen Maßnahmen zu ergreifen. Notfalls sollten die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern revidiert werden.

    Die Haltung der Türkei  gegenüber dem Irak bezeichnete der ehemalige Chef der Abteilung für internationale Sicherheit des türkischen Generalstabs Haldun Solmaztürk als „schwer verständlich".

    Man versuche zurzeit, die Hauptkräfte zur Durchführung der Anti-IS-Militäroperation in zwei Punkten zu konzentrieren, in der Nähe des  irakischen Mossul und nahe al-Raqqa in Syrien, erläuterte Solmaztürk. Offensichtlich spiele die kurdische Peschmerga-Armee beim Einsatz in Mossul eine wichtige Rolle. Allerdings sei Bagdad durch den steigenden Einfluss des Irakischen Kurdistans zu Recht beunruhigt.

    Ankara begreife das ganz gut, dennoch  vereinbare es seine militärpolitischen Aktivitäten nicht mit der irakischen Regierung. Es unternehme diese sogar trotz Einwänden und Protesten der irakischen Behörden. 

    „Ein solches Verhalten Ankaras ist völkerrechtlich unzulässig, und seine Aktivitäten im Irak sind für mich persönlich schwer zu verstehen. Es  ist nicht verständlich, warum Ankara bei  seinem Militäreinsatz nahe Mossul auf die nordirakischen Kurden gesetzt hat, während es richtiger wäre, seine Aktivitäten mit Bagdad zu koordinieren."  

    Die Beziehungen zwischen dem Irak und der Türkei hatten sich im Dezember 2015 deutlich verschlechtert, nachdem die Türkei 150 Militärs und 25 Panzer nach Baschika in der nordirakischen Provinz Ninawa verlegt hatte, angeblich zur Ausbildung der einheimischen Volksmilizen, die gegen Terroristen kämpfen.  Damals  bezeichneten das Verteidigungsministerium und  das Außenministerium des Irak die türkische Militärpräsenz als eine „feindliche Handlung", die  mit den irakischen Behörden nicht vereinbart worden war, und sagten, es handele sich um eine Verletzung der Souveränität des Landes.

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    Tags:
    Resolution, Militärpräsenz, Peschmerga, Mossul, Irak, Türkei