17:21 13 November 2018
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    Ein Eisbär (Symbolfoto)

    Wie die Nato Russland in der Arktis beherrschen will

    © Flickr/ Stig Nygaard
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    Russland erschließt Arktis (171)
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    Wie kann Russland aus der Arktis verdrängt werden? Diese Frage beschäftigt die Nato. Unlängst hat Washington eingeräumt, derzeit einen Plan zur Eindämmung Moskaus in der arktischen Region auszuarbeiten, berichtet der TV-Sender „RT“. Was genau haben die USA in den nördlichen Breiten vor?

    Russlands Militärpotential ziehe mit der Schlagkraft des Westens nahezu gleich, erklärte der norwegische Oberbefehlshaber, Admiral Haakon Bruun Hanssen, wie „RT“ unter Berufung auf das „Wall Street Journal“ berichtet.

    Am meisten sei der Westen über die Modernisierung der technischen Ausstattung der russischen Nordkräfte besorgt, so der Admiral. Es gehe um neue Waffensysteme, Plattformen, Sensoren, die weitaus flexibler und effektiver seien als alles, „was es im Kalten Krieg gab“.

    „Die Russen haben uns gezeigt, dass ihre Schiffe mit Hightech ausgerüstet sind“, kommentierte Bruun Hanssen die russische Nordmeer-Flotte in der Barentssee. Norwegen müsse die Überwachung neuer russischer Schiffe, U-Boote und Flugzeuge intensivieren, rät der Admiral. Nato-Beamte pflichten dem Norweger bei: Dem „aggressiven“ Russland müsse man auf die Finger schauen.

    Eindämmen und herrschen

    Um die „russische Aggression“ einzudämmen, habe die nordatlantische Allianz mit Marineübungen begonnen, erklärte die Nato. Diesen Sommer haben laut der Allianz acht Nato-Mitgliedsländer eine Übung im Nordmeer abgehalten, an der auch U-Boote beteiligt waren. Diplomatische Maßnahmen seien für die Nato nicht grundlegend, berichtet „RT“ unter Berufung auf das „WSJ“. „Wir sind auf der Suche nach dem richtigen Gleichgewicht zwischen militärischer Präsenz und dem Erhalt eines niedrigen Spannungsgrads“, sagte ein Nato-Sprecher.

    Grenzenlose USA

    Abendessen Regierungschefs skandinavischer Länder
    © AFP 2018 / Saul Loeb

    Nach dem Aufflammen der Ukraine-Krise sind die Beziehungen Russlands und der Nato auf dem tiefsten Stand seit dem Ende des Kalten Krieges. Der Nato-Russland-Rat hat seine Arbeit zeitweise gänzlich eingestellt. Zwar treffen sich die Vertreter Russlands und der nordatlantischen Allianz seit April dieses Jahres wieder, doch die Häufigkeit und Effektivität der Zusammenkünfte bleiben weit unter dem Vor-Krisen-Niveau.

    Die USA haben indes im vergangenen Februar öffentlich eingeräumt, die Möglichkeiten einer Eindämmung Russlands in den nördlichen Breiten zu prüfen. Das erklärte damals der Oberbefehlshaber der Nato-Kräfte in Europa, Philip Breedlove. „Wir prüfen die Möglichkeiten, Russland in der Arktis einzudämmen“, so der Nato-General. „Russlands Ambitionen berühren nicht die Vereinigten Staaten, aber sie berühren drei unserer Verbündeten“, sagte er, ohne genau zu erklären, wie Russland aufgehalten werden soll. Diesen Part übernahm sein Kollege, General Paul Selva, Vize-Präsident der US-Stabchefs.

    Die Spitze des Eisbergs

    „Was die Materialausstattung angeht, haben wir keinerlei Möglichkeiten, unsere Überwasser-Präsenz in der Arktis zu gewährleisten. Dieses Problem muss gelöst werden“, sagte der US-General der Zeitschrift „Business Insider“.

    US-amerikanischer strategischer Bomber B-52. Archivfoto
    © Foto : U.S. Air Force / Marianique Santos

    Nach Ansicht von Selva müssen neue Eisbrecher her. Veränderungen in der Arktis überwachen, verstehen und steuern zähle „vom strategischen Standpunkt her zu den nationalen Interessen der Vereinigten Staaten – wie auch zu den Interessen aller Arktisanrainer, einschließlich Russlands“, sagte Paul Selva.

    Die Eisbrecher würden das Problem nicht gänzlich lösen, aber ein Teil der Lösung seien sie in jedem Fall, betonte der General. Gegenwärtig hätten die Vereinigten Staaten zwei Eisbrecher, während Russland über 20 solcher Schiffe verfüge, schreibt „Business Insider“.

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    „Es ist nicht nur so, dass wir nicht auf einem Level mit Russland sind. Wir sind überhaupt nicht mit von der Partie“, erklärte der General der US-Küstenwache, Paul Zukunft, in einem Interview mit derselben Zeitschrift.

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