02:13 26 September 2020
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    Washington bedauert Moskaus Entscheidung, die Zusammenarbeit im Bereich der Atomkraft einzustellen, wie der Sprecher des US-Außenministeriums, Mark Toner, auf einem Briefing sagte.

    „Das ist eine echte Tragödie, denn wir hatten eine erfolgreiche Zusammenarbeit in dieser Sphäre. Das ist im Interesse beider Länder“, so Toner. Washington habe derweil noch keine entsprechende Benachrichtigung erhalten.

    Im russischen Außenministerium hieß es derweil, dass Moskau zu einer Wiederaufnahme der Kooperation mit den USA in der Nuklearsphäre bereit sei. Dazu jedoch müsse Washington seine Bereitschaft bekräftigen, das Abkommen  in vollem Umfang umzusetzen.

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    „Im Jahr 2014 war aus Washington der Bescheid eingetroffen, dass die amerikanische Seite im Zusammenhang mit dem Geschehen in der Ukraine eine solche Zusammenarbeit mit Russland aussetze“, hieß es aus Moskau. Nach dieser Entscheidung der USA sei die Verwirklichung von Projekten, die für beide Länder interessant wären, unmöglich geworden. „Die russische Seite stoppt die Umsetzung des Abkommens als Antwort auf die nicht freundschaftlichen Handlungen der USA“, betonte man in Moskau.

    Experten sind indes der Ansicht, dass die von Russland ausgesetzten Abkommen mit den USA in der Atomkraft- und Energiebranche faktisch gar nicht funktioniert hätten. „Erstens wurden diese Abkommen meines Wissens nicht in die Tat umgesetzt“, sagte Sergej Karaganow, Ehrenvorsitzender des Präsidiums des Rates für Außen- und Verteidigungspolitik. „Die Amerikaner haben sie selbst eingestellt, manche waren gar nicht in Kraft getreten. Das heißt, im Grunde genommen haben wir formell nicht funktionierende Abkommen gestoppt. Das ist eine weitere Demarche unsererseits, die unsere Unzufriedenheit mit der amerikanischen Politik zeigt.“

    „Wir werden sehen, vielleicht in gewisser Zeit, und hoffen, dass wir ohne direkte Kollisionen zu der Einsicht kommen, dass man die Interessen des anderen achten muss“, so Karaganow weiter.

    Zuvor hatte Moskau den Deal mit den USA über die Verwertung von überschüssigem waffenfähigem Plutonium auf Eis gelegt. Es hieß, Russland habe diese Entscheidung als Gegenmaßnahme getroffen, wobei die Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Zusammenarbeit nicht ausschlossen sei.

    Am Mittwoch hatte die russische Regierung auch die Einstellung der Aktivitäten zur Umsetzung der Vereinbarung über die Zusammenarbeit in der wissenschaftlichen Forschung und bei Neuentwicklungen im Kernkraft- und Energiebereich erklärt. Außerdem wurde das Abkommen zwischen dem russischen Atomkonzern Rosatom  und dem US-Energieministerium über die Umstellung von Forschungsreaktoren auf abgereichertes Uran ausgesetzt.

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    Tags:
    Uran, Plutonium, Rosatom, USA, Russland