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    Syrien-Zerwürfnis mit den USA: „Nur Russland sagt dem Rüpel, dass er ein Rüpel ist“

    © Sputnik / Alexander Kryazhev
    Politik
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    Die gescheiterte Syrien-Kooperation bestätigt das allgemeine Zerwürfnis zwischen Moskau und Washington. Russische Experten hoffen, dass es zu keiner direkten Eskalation kommt, bescheinigen den USA aber „Gemeinheiten“ und schließen nicht aus, dass die Amerikaner zu den Methoden greifen könnten wie einst gegen die Sowjets in Afghanistan.

    Der russische Politik-Experte Alexej Martynow sagte der Onlinezeitung vz.ru: „Die USA pfeifen auf jede Meinung, die sich von ihrer eigenen unterscheidet; auf alle Argumente, die ihren direkten Interessen nicht entsprechen; auf alle internationalen Mechanismen.“

    Wie Martynow betonte, enthalten die Erklärungen der US-Staatsmänner in letzter Zeit immer häufiger antirussische Thesen, denn „Russland ist der Einzige, der dem Rüpel sagt, dass dieser eben ein Rüpel ist“. Russland habe genug Kräfte und das Gewissen, um dies zu tun, hieß es.

    Der russische Politik-Experte Sergej Karaganow kommentierte für vz.ru, das russisch-amerikanische Verhältnis befinde sich derzeit in einem schrecklichen Zustand: „Deshalb versuchen die Amerikaner, ihre Unzufriedenheit zu zeigen und mit allen Methoden Gemeinheiten zu begehen.“ Etwa die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro seien von den USA „schmählich“ torpediert worden, so Karaganow im Hinblick auf die Sperre für das russische Team.

    In Bezug auf die Syrien-Krise befürchtet er: „Alles kann auf einen direkten Zusammenstoß hinauslaufen.“ Hoffentlich werde die Vernunft jedoch auf beiden Seiten die Oberhand gewinnen, um einen „heißen“ Krieg zu verhindern, hieß es.

    Mit der Frage, ob ein direkter Zusammenstoß zwischen Russland und den USA möglich wäre, beschäftigt sich auch der russische Militärexperte Michail Chodarenok. Er mahnt in einem Beitrag für die Onlinezeitung gazeta.ru: „Die beiden stärksten Atommächte können sich nicht einmal den kleinsten lokalen Konflikt leisten.“

    Im Weißen Haus und im Kreml sei niemand an einer kritischen Eskalation interessiert, daher seien die Chancen darauf vorerst minimal. Allerdings seien die USA mit ihren Plänen für einen Regimewechsel in Damaskus fähig, auch zu anderen militärpolitischen und wirtschaftlichen Methoden zu greifen: „In nächster Zeit werden die Wirtschaftssanktionen gegen Russland zweifelsohne drastisch verschärft werden. Die EU sowie Kanada, Japan und Australien werden diese Maßnahmen sicherlich unterstützen.“

    Der Experte prognostiziert, in militärischer Hinsicht werde Washington gegen Drittländer und Mittelsmänner agieren – wie während des Kalten Krieges gegen die Sowjetunion. Die Methoden der Unterstützung für die Islamisten seien von US-amerikanischen Militärs und Geheimdiensten insbesondere während des sowjetischen Afghanistan-Einsatzes eingeübt worden.

    „Formationen der bewaffneten syrischen Opposition werden über Drittländer wesentliche, finanzielle und militärtechnische Hilfen bekommen. Nicht auszuschließen sind Lieferungen moderner Flugabwehrsysteme an die Rebellen über verschiedene Mittelsmänner“, so die Prognose.

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    Tags:
    Sergej Karaganow, Alexej Martynow, Syrien, USA, Russland