05:53 25 April 2019
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    Nach dem Putschversuch in der Türkei

    Ankara baut nach Putschversuch „Türkisches Pentagon“ außerhalb der Hauptstadt

    © AFP 2019 / Dimitar Dilkoff
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    Die türkische Führung hat entschieden, alle Sicherheitsbehörden des Landes unter einem Dach zu vereinen. Laut der Zeitung „Habertürk“ ist der Bau eines grandiosen Gebäudes, das vom Volk in Anlehnung an den Gebäudekomplex der US-Verteidigungsbehörde bereits „Pentagon“ getauft wurde, in Etimesgut bei Ankara bereits im Gange.

    Wie die Zeitung berichtet, geht es den Autoren der Idee darum, nach Etimesgut gerade das Verteidigungsministerium und den Generalstab zu verlegen, ebenso das Kommando der einzelnen Waffengattungen der Streitkräfte sowie den Nationalen Aufklärungsdienst. Türkischen Journalisten zufolge soll das Gebäude für den Aufklärungsdienst praktisch bereits fertig sein. Das umliegende Gelände soll in eine breite Sicherheitszone mit verstärkter Bewachung verwandelt werden. Die Verantwortung für die Bauarbeiten hat die Verteidigungsbehörde übernommen. In der Hauptstadt sollen fortan nur das Innenministerium und das Gendarmerie-Kommando ihren Sitz haben. Wie Medienmeldungen zu entnehmen ist, sollen die Mitarbeiter der Sicherheitsstrukturen mit dem Umzug einverstanden sein.

    Was die alten Gebäude dieser Strukturen in der Innenstadt von Ankara betrifft, so sollen sie als historische Bauwerke erhalten bleiben. Ein Teil von ihnen soll zivilen Institutionen übergeben werden, denen es an Büroräumen mangelt. 

    Die Entscheidung, die Sicherheitsstrukturen aus den Gebäuden im Stadtzentrum umzusiedeln, war nach dem Putschversuch vom 15. Juli getroffen worden. Damals hatten die Putschisten das Gebäude des Nationalen Aufklärungsdienstes aus Hubschraubern beschossen, der Generalstab und das Verteidigungsministerium waren von Panzern blockiert worden. Bei jenen Ereignissen gab es 161 Tote und 154 Verletzte.

    Diese Gebäude waren auch früher schon Objekte von Terrorangriffen. So ereignete sich im Februar 2016 vor dem Generalstab und einem Militär-Wohnheim direkt im Stadtzentrum unweit des Parlaments ein schwerer Sprengstoffanschlag, bei dem auch Zivilisten betroffen waren.

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