Widgets Magazine
17:00 17 Oktober 2019
SNA Radio
    Norbert Hofer

    TTIP, Nato und Hitler-Geburtshaus: Interview mit FPÖ-Präsidentschaftskandidat Hofer

    © REUTERS / Heinz-Peter Bader
    Politik
    Zum Kurzlink
    2121526
    Abonnieren

    Anfang Dezember finden in Österreich Präsidentschaftswahlen statt. Der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer sprach in einem Sputnik-Interview darüber, unter welchen Voraussetzungen Österreich über einen EU-Austritt nachdenken könnte. Er äußerte sich ablehnend zur Beteiligung an der EU-Armee und zu einer Nato-Mitgliedschaft Österreichs.

    Zudem legte Hofer seine Einstellung zum Freihandelsabkommen TTIP und zum Adolf-Hitler-Geburtshaus in Braunau dar.

    Nein zu Nato und europäischer Armee

    Hofer hat eine Beteiligung des Landes an einer gemeinsamen europäischen Armee ausgeschlossen. „Wir können uns an einer europäischen Armee nicht beteiligen, was Kriegshandlungen angeht“. Doch Österreich könne sich an Aufgaben beteiligen, die humanitärer Natur seien und Infrastruktur sowie Sicherheit beträfen, sagte Hofer. Auch einen Beitritt zur Nato lehnt er ab. „Österreich ist nicht Mitglied der Nato, ich möchte auch nicht, dass Österreich Mitglied der Nato wird. Als Präsidentschaftskandidat für Österreich möchte ich sagen, dass wir unsere Neutralität behalten wollen.“

    TTIP

    Das umstrittene Freihandelsabkommen der EU mit den USA würde er nur unterzeichnen, wenn die Österreicher in einem Referendum dafür stimmen würden, sagte Hofer. „Im Wahlkampf habe ich versprochen und das halte ich auch ein, dass ich TTIP erst nach einer demokratischen Entscheidung beurkunde oder auch nicht.“

    EU-Austritt Österreichs

    Ein Referendum über Österreichs EU-Austritt schließt der FPÖ-Präsidentschaftskandidat nicht ganz aus. „Ich bin der Ansicht, dass Österreich einen starken Beitrag zur positiven Entwicklung der Europäischen Union leisten kann. Dennoch gibt es zwei Entwicklungen, im Falle derer ich die Notwendigkeit der Durchführung eines solchen Referendums sehe: Erstens, wenn die Türkei der Union beitreten sollte. Ich glaube, das wäre ein riesiger Fehler“, sagte Hofer.

    „Oder, wenn es völlig neue Verträge geben würde, die der EU mehr Macht geben, aber die einzelnen Mitgliedsländer entmachten. Aus demselben Grund will ich keine Vereinigten Staaten von Europa“, erklärte der Politiker.

    Auf die Frage, warum er einen EU-Beitritt der Türkei ablehne, sagte Hofer: „Die Türkei ist ein riesiges Land mit einer völlig anderen Kultur und Interessen“, was sehr schnell zu einer Ursache für Konflikte zwischen den Kulturen werden könne. „Die Integration eines solch großen Landes in die EU würde heißen, es würde Konflikte geben.“

    Hitlers Geburtshaus muss weg

    Das vermeintliche Geburtshaus Hitlers sollte abgerissen werden, sagte Hofer weiter. Die Übereignung der Immobilie an die Regierung sei praktisch abgeschlossen. Es würden unterschiedliche Varianten geprüft, wie damit zu verfahren sei. „Ich denke nicht, dass es eine Entscheidung des Bundespräsidenten ist. Aber ich habe eine klare Meinung dazu: Ich würde es abreißen“, sagte Hofer.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer im Polit-Profiling
    Österreich sucht Präsidenten: Hofer liegt vor Van der Bellen - Umfrage
    „Öxit“: Hofer nennt Bedingungen für EU-Referendum
    Tags:
    Norbert Hofer, Österreich