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09:14 23 Juli 2019
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    Eingangstor mit der für KZ gängigen zynischen Parole Arbeit macht frei in Oranienburg

    AfD-Mitglied Fest: „Es gab auch Nazis, die Jazz mochten und ihren jüdischen Arzt“

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Politik
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    „Verteidigung der Freiheit“ – so lautet der Grund, den der frühere Vize-Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, Dr. Nicolaus Fest, für seinen Beitritt zur AfD angibt. Die Freiheit sei nämlich vor allem durch den Islam bedroht, sagte er gegenüber Sputnik.

    Man hatte ein wenig den Eindruck, ein Fußballverein stellt seinen neuen Wunderstürmer vor. Die AfD hatte die Hauptstadtpresse am Donnerstag extra in einen Raum der Bundespressekonferenz geladen, um den Neuzugang vorzustellen.

    Genau das wollte Sputnik von Dr. Fest wissen: Warum dieser mediale Aufschlag? Schließlich könne man einer Partei auch leiser beitreten. „Um deutlich zu machen, dass die Verteidigung der Freiheit eines Bekenntnisses bedarf“, antwortete der promovierte Jurist, um dann den Journalisten Ludwig Börne zu zitieren. Der habe gesagt: „Die Verteidigung von Wahrheit und Freiheit  bedarf nicht nur des Geistes, sondern auch des Mutes.“ 

    Schulzentrum Oberes Elztal in Oberwinden
    © AP Photo / Muhammed Muheisen

    Darum sei er offensiv nach vorne gegangen und der AfD beigetreten. „Die Gefahr kommt vor allem vom Islam“, erklärt Fest. Dann zählt er Länder auf, die seiner Meinung nach vom Islam bedroht werden: Frankreich, England, ganz Skandinavien und eben auch Deutschland. Dort gebe es Ehrenmorde, Scharia-Polizisten, Medien, die einknickten, weil sie aus Angst keine muslimischen Karikaturen drucken wollten. Das seien Rückzugsgefechte, die zeigten, dass wir unsere Freiheit verlören.

    Ob er sich die Sache nicht zu einfach mache, wenn er alle Muslime über einen Kamm schere, entgegnet der frischgebackene AfD-Mann: „Es steht fest, der Islam ist eine totalitäre Ideologie.“ In dieser gebe es verschiedene Ausformungen. Und dann zieht er den Vergleich: „Es gab auch wahnsinnig freundliche Nazis, die Jazz mochten und ihren jüdischen Arzt.“ Aber wenn es zum Schwur gekommen sei, hätten sie alle gesagt: „Dann macht doch, dann die Juden ins Gas!“

    In der Politik gebe es keine Enthaltung, wer schweige, mache sich schuldig. „Gucken sie mal auf die Muslime, wenn Anschläge passiert sind: nichts. Ein großes Schweigen.“

    Es sind wohl solche Aussagen, die „zeit online“ zu der Einschätzung kommen ließen, mit Fest hole sich die AfD einen weiteren „Scharfmacher“ ins Boot.

    Das komplette Interview finden Sie hier:

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    Tags:
    Partei Alternative für Deutschland (AfD), Nicolaus Fest