01:51 31 März 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    5617511
    Abonnieren

    „Wir sind keine Einflussagenten Russlands“, versichert Dr. Alexander Gauland im Sputnik-Exklusivinterview. Der stellvertretende Parteivorsitzende und Sprecher der AfD sieht auch keine gesellschaftliche Spaltung zwischen Ost –und Westdeutschland sondern in ein Pro- und Kontra-Merkel-Politik.

    Herr Dr. Gauland, wie haben Sie die Geschehnisse um die Einheitsfeier in Dresden erlebt?

    Ich war nicht in Dresden und kann also nur beurteilen, was über die Medien dann auf uns gekommen ist. Ich habe ja am Donnerstag in der Sendung bei Maybrit Illner meine Antwort darauf gegeben, indem ich deutlich gesagt habe: Manches ist mir zu weit gegangen, aber ein lautstarker Protest — auch am Tag der Deutschen Einheit — muss erlaubt sein, wie das 365 Tage im Jahr erlaubt sein muss. 

    Nun berichten viele Medien, ironischerweise nach dem Tag der Einheit, über eine gesellschaftliche Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland. Wie sehen Sie das Thema?

    Ich glaube nicht, dass es eine gesellschaftliche Spaltung zwischen Ost- und Westdeutschland gibt. Sondern es gibt eine gesellschaftliche Spaltung, und zwar in diejenigen, die die Politik der Kanzlerin, eine Million Menschen in dieses Land zu lassen oder zu holen, für falsch halten, und die, die es für richtig halten und meinen, wir könnten mit diesen Problemen ohne Schwierigkeiten fertig werden. Diese gesellschaftliche Spaltung gibt es, aber die ist nicht an der Ost-West-Demarkationslinie auszumachen, sondern die gibt es in westdeutschen Bundesländern genauso wie im Osten.

    Vielleicht noch einmal zur Erklärung, von was für Problemen durch diese Migration sprechen Sie da?

    Es ist erstens mal eine enorme wirtschaftliche Belastung. Zweitens ist es eine Veränderung der Zusammensetzung des Volkes, also der Bevölkerung die auf diesem Territorium lebt. Es sind Menschen mit einem kulturellen Hintergrund, die in unseren Traditionen und Wertvorstellungen nicht zuhause sind und deshalb glaube ich, dass deren Integration — vorsichtig gesagt — entweder extrem schwierig, oder vielleicht fast unmöglich ist.                       

    Dazu passt vielleicht auch die unveröffentlichte Untersuchung des Verfassungsschutzes, demnach waren – wie die FAZ berichtete — von 624 Salafisten, die nach Syrien und in den Irak reisten, 268 vor ihrer Ausreise in einer Moscheegemeinde, einem Moscheeverband oder einem Moscheeverein aktiv. Was sagen Sie zu diesen Erkenntnissen?

    Das bestätigt das, was wir immer sagen. Es ist nicht möglich, den Islam mit dem Grundgesetz in irgendeiner Weise zu vereinbaren. Wir müssen uns halt klarmachen, dass, sollte eine muslimische Gesellschaft eine Mehrheit in Deutschland werden, das Land sich in einer Weise verändert, wie dass die Väter der Grundgesetzes auf keinen Fall haben wollten.      

    Erleben Sie nach den jüngsten Wahlerfolgen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin eine Änderung in der Berichterstattung über die AfD oder ist da alles beim Alten?

    Ich glaube nicht, dass es deswegen eine Änderung gibt. Ich habe die Medien nie so einheitlich gesehen, wie dass aus Ihrer Frage durchschimmert. Wir kommen in vielen Medien vor, aber bei der Kommentierung sind wir jedenfalls nicht diejenigen, denen die Unterstützung der Journalisten gilt. Das liegt an der Erziehung vieler Journalisten und an der Durchsetzung, gerade in den Redaktionen, mit 68er Ideen. Das hat mit der Wahl in Schwerin oder Berlin nichts zu tun. Das wird es weiter geben. Es gibt aber weiterhin natürlich auch eine objektive und auch uns nützliche Berichterstattung. 

    Immerhin regen sich ja in der CDU erste Stimmen, die eine Koalitionsbereitschaft mit der AfD fordern, würden sie mit der CDU koalieren?

    Nein, natürlich nicht. Über Koalitionen kann man, mit wem auch immer, nachdenken, wenn man sehr viel stärker ist und auf Augenhöhe mit einem Partner verhandeln kann, aber nicht, wenn man irgendwo noch zwischen zehn und 20 Prozent liegt. Das würde ich für einen Fehler halten, den wir haben aus der Geschichte der Bundesrepublik gelernt, dass Kleinparteien, die sich sehr früh an die große CDU angelehnt haben, alle politisch untergegangen sind und heute nur noch als Fußnoten in Geschichtsbüchern vorkommen.          

    Ist denn die CDU für Sie noch eine konservative Partei?

    Das war sie nie. Das hat sie auch nie von sich behauptet. Sie war eine Partei, die drei Strömungen in sich vereinigte: eine soziale, eine wirtschaftsliberale und eine konservative. Diese Strömungen gibt es in der CDU nicht mehr. Es gibt noch einzelne Politiker die diese Positionen vertreten, aber man kann inhaltliche Festlegungen bei der CDU gar nicht mehr machen, ob nun konservativ oder liberal. Es ist eine weitgehend inhaltslose Politik, die die Kanzlerin mit dem Ziel ihrer Machterhaltung macht. 

    Das ZDF-Magazin Frontal 21 hat diese Woche einen Beitrag gesendet, in dem die AfD, aber auch Sie persönlich, als verlängerter Arm des Kremls dargestellt wurden. Was erwidern Sie denn auf derartige Feststellungen?

    Das ist natürlich völliger Unsinn. Da wurde über einen Tag, einen Besuch in Sankt Petersburg berichtet. Bei dem habe ich in der Tat mit Beratern, auch von Putin, gesprochen. Wir sind aber keine Einflussagenten einer russischen Außenpolitik und werden das auch nie werden. Das sind Vorhaltungen, die ich schon von früher kenne, aber die ich nie ernst genommen habe und jetzt auch nicht ernst nehme.       

    Der CDU-Politiker Norbert Röttgen hat in der Süddeutschen Zeitung wegen dem Engagements Russlands in Syrien weitere Sanktionen gegen Moskau gefordert. Sind Sanktionen gegen Russland der richtige Weg?

    Sie haben ja schon in den bisherigen Fällen, Krim und Ukraine, nichts gebracht. Ich glaube der Syrienkonflikt eignet sich noch weniger für Sanktionen.

    Interview:  Bolle Selke

     

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Tag der deutschen Einheit in Dresden: Polizeiautos in Brand gesteckt
    Bekennerschreiben zu Sprengstoff-Anschlägen in Dresden aufgetaucht
    Schluss mit „Kosmos“?: Kampf um Erhalt von DDR-Kunsterbe in Dresden
    Ausländerhass in MeckPomm: Rechte Täter überfallen Afghaninnen
    Tags:
    Konflikt, Alexander Gauland, Angela Merkel, Deutschland