19:02 18 Dezember 2018
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    Militärmanöver der USA und Südkoreas

    Medien: Beispiellose Militärübung der USA und Südkoreas soll Nordkorea warnen

    © REUTERS / Kim Hong-Ji
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    Die am Montag gestartete amerikanisch-südkoreanische Marineübung „Invincible Spirit 2016“ („Unbesiegbarer Geist“) erfasst erstmals die gesamte Küste Südkoreas – am Gelben und am Japanischen Meer, bis hin zur südlichsten Insel des Landes, wie die Nachrichtenagentur Yonhap meldet.

    Bisher seien die gemeinsamen Militärübungen der USA und Südkoreas noch nie in einem geografisch so großen Gebiet durchgeführt worden, wird betont.

    Diese Demonstration der Stärke soll laut Yonhap dazu dienen, Nordkorea vor dem Hintergrund seiner Atom- und Raketentests einzudämmen. An der Marineübung nimmt der atomgetriebene US-Flugzeugträger „Ronald Reagan“ teil.

    „Nordkorea unternimmt ständig Atom- und Raketen-Provokationen,  deshalb müssen die Streitkräfte beider Länder (der USA und Südkoreas) das Niveau ihres Reagierens erhöhen“, zitiert die Agentur einen südkoreanischen Militär.

    Eine ähnliche Marine-Übung beider Länder unter derselben Bezeichnung habe es im Juli 2010 im Gelben und im Japanischen Meer gegeben, nachdem die südkoreanische Korvette „Cheonan“ auf geheimnisvolle Weise gesunken war.

    Wie das südkoreanische Militär damals erklärte, soll Nordkorea keinerlei Beziehung zum Untergang des Schiffes gehabt haben. Aber bald darauf sei den Nordkoreanern alle Schuld angelastet worden. Wie behauptet wurde, sollen sie das Schiff angeblich torpediert haben. Aus Pjöngjang hieß es damals, das sei ein fabrizierter Vorfall gewesen.

    Yonhap führt zudem Erklärungen der südkoreanischen Marine an, dass die gegenwärtige Übung das Niveau des Zusammenwirkens bei Einsätzen zur Zügelung der Kräfte des Gegners auf dem Meer und seiner U-Boote, aber ebenso bei Schlägen gegen Militärflugzeuge und Bodenziele erhöhen soll.

    Der  US-Flugzeugträger „Ronald Reagan“ (CVN-76), der in dem Marine-Stützpunkt Yokosuka (Japan) stationiert ist, kann etwa 80 Flugzeuge und 5.400 Mann transportieren. Er wird von zwei Atomreaktoren angetrieben. Ihn werden bei der Marineübung in Südkorea die Zerstörer „Curtis Wilbur“ (DDG-54), „John S. McCain“ (DDG-56), „Fitzgerald“ (DDG-62), „Stethem“ (DDG-63) und „Barry (DDG-52) begleiten.

    Zudem planen die Vereinigten Staaten, auch einen strategischen Langstreckenbomber B-2 (Tarnkappenbomber), der auf dem US- Luftstützpunkt „Andersen“ auf der Pazifikinsel Guam stationiert ist, nach Südkorea zu verlegen.

    Nach der Einschätzung der südkoreanischen Agentur Yonhap wird die Verlegung dieser Schiffe an die Küste der Halbinsel eine „Warnung“ an Nordkorea sein, das ungeachtet der Appelle der Weltgemeinschaft, auf Atomwaffen zu verzichten, am 9. September bereits seinen fünften Atombombentest unternommen hat. Laut amerikanischen und südkoreanischen Militärs wird eine solche Demonstration der Stärke „ein ausreichender Druck“ auf Nordkorea sein.

    Es ist interessant, dass am ersten Tag der amerikanisch-südkoreanischen Marineübung in Nordkorea ein weiterer Jahrestag der Gründung der Partei der Arbeit begangen wird. In Südkorea hatte man befürchtet, dass Pjöngjang dieses Ereignis mit dem Teststart einer neuen ballistischen Rakete begehen wird und dies unter dem Deckmantel des Starts  eines Satelliten in eine geostationäre Erdumlaufbahn tun könnte.

    Nordkorea rechtfertigt seine Atomtestversuche und Raketenteststarts mit der Notwendigkeit, sich vor einer Aggression der USA schützen zu müssen. Die Korean Central News Agency hatte unter Berufung auf einen Sprecher des Generalstabs des Landes Ende September berichtet, Nordkorea werde im Falle einer Eskalation der Spannung auf der Koreanischen Halbinsel Atomwaffen gegen Seoul und den US-Militärstützpunkt im Pazifik einsetzen.

    Südkorea will sich mit der Stationierung des amerikanischen Raketenabwehrsystems THAAD vor Angriffen aus Nordkorea schützen.

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    Luftabwehrsystem THAAD, Zerstörer USS Curtis Wilbur, USS John S. McCain, Ronald Reagan (Flugzeugträger), Nordkorea, USA, Südkorea