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22:50 16 Juli 2019
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    Deir Ezzor, Syrien

    „Pyrrhussieg“ – Moskau bedauert Ausstieg der USA aus Syrien-Dialog

    © AFP 2019 / AHMAD ABOUD
    Politik
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    Von Washingtons Verzicht auf die Zusammenarbeit mit Moskau profitieren allein die Terroristen, wie Russlands stellvertretender Verteidigungsminister Anatoli Antonow beim siebenten Xiangshan-Sicherheitsforum in Peking sagte.

    Er bedauerte, dass die mit solcher Mühe auf russisch-amerikanischer Außenministerebene am 9. September erzielten Vereinbarungen von Washington gebrochen wurden.

    „Die Amerikaner haben es abgelehnt (vielleicht waren sie auch einfach nicht in der Lage), die Opposition, die mit der Anti-IS-Koalition zusammengearbeitet hat, von den Terroristen der Al-Nusra-Front abzugrenzen und die Castello-Straße — die wichtigste humanitäre Arterie von Aleppo – zu deblockieren“, so Antonow.

    Die Anhänger gewaltsamer Handlungen in Washington hätten mit dem Abbruch des Dialogs mit Russland zur Syrien-Regelung einen „Pyrrhussieg“ errungen.

    „Ein solcher Schritt weckt Bedauern und Enttäuschung. Man möchte nicht glauben, dass Washington endgültig auf Diplomatie verzichtet und Kurs auf eine militärische Regelung des Konflikts in Syrien genommen hat. Durch derartige destruktive Handlungen Washingtons gewinnen allein die Terroristen. Deshalb ist es wichtig, Emotionen auszuklammern und noch einmal alles Für und Wider des gemeinsamen Kampfes gegen den Terrorismus abzuwägen. Nun ist Washington am Zuge“, hieß es weiter.

    „Wir haben das maximal Mögliche zur Anbahnung des Zusammenwirkens mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus in Syrien unternommen. Wir haben mehrere perspektivreiche und wichtige Richtungen einer Zusammenarbeit vorgeschlagen, darunter zur Gewährleistung der Sicherheit der  Militärangehörigen Russlands und der Länder der von den USA geführten Anti-IS-Koalition. Doch wir haben kein volles Verständnis gefunden. Unser Zusammenwirken wurde von den Amerikanern ständig von Vorbedingungen abhängig gemacht“, sagte Antonow.

    Am 3. Oktober hatten die USA die Einstellung der Zusammenarbeit mit Russland zur Waffenruhe in Syrien erklärt und lediglich militärische Kanäle zur Verhinderung von Konflikten im syrischen Luftraum zwischen der Luftwaffe beider Länder offen gelassen. Dabei hatte Washington Moskau vorgeworfen, gegen bilaterale Vereinbarungen verstoßen zu haben.

    Russlands Präsident Wladimir Putin hatte daraufhin „wegen nicht freundschaftlicher Handlungen“ das im Jahr 2000 mit den USA geschlossene Abkommen über die Entsorgung von überschüssigem waffenfähigem Plutonium auf Eis gelegt. Die Verwertung dieses Waffenplutoniums sollte in beiden Ländern  im Jahr 2018 beginnen.

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    Tags:
    Terroristen, Dialog, Anatoli Antonow, Syrien, USA, Russland