11:53 20 Februar 2020
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    Die Stationierung der Startanlagen der US-Raketenabwehr in Rumänien und Polen verstößt laut dem russischen Generalstab gegen den INF-Vertrag mit Russland über die Vernichtung atomarer Kurz- und Mittelstreckenraketen.

    Dem ersten Vizechef der Operativen Hauptverwaltung des Generalstabs Viktor Posnichir zufolge handelt es sich um universelle bordgestützte Startanlagen Mk.41, die neben den Anti-Raketen Standard SM-3 für den Start von Tomahawk-Raketen bestimmt sind. Auf den Raketenabwehr-Stützpunkten in Rumänien und Polen werden diese Startanlagen genutzt. „Selbst die Tatsache der Nutzung einer bordgestützten Startanlage der Marschflugkörper in der Bodenvariante bedeutet einen Verstoß der USA gegen den INF-Vertrag“, so Posnichir.

    Ihm zufolge kann fast der ganze europäische Teil Russlands von US-Marschflugkörpern erreicht werden. „Die Umrüstung der Startanlagen Mk.41 mit Marschflugkörpern Tomahawk auf den Stützpunkten in Europa und auf den Schiffen der Raketenabwehr kann geheim und in kurzer Frist erfolgen“, sagte Posnichir.

    Der Bau des Objekts Aegis Ashore in Deveselu (Rumänien) wurde im Mai 2015 beendet, im Dezember 2015 wurde das System in Betrieb genommen. Ein weiteres solches Objekt soll 2018 im Norden von Polen (nahe Redzikowo, Ostseeküste) fertiggestellt werden, die Bauarbeiten begannen am 13. Mai 2016.

    Aegis Ashore ist eine Version des bordgestützten Systems Aegis, bei dem eine spezielle Ausstattung demontiert wurde, die wegen der Verlegung der Anlage von Schiffen auf den Boden unnötig wurde. Die Konstruktion aus Stahl mit der Höhe eines viergeschossigen Hauses ist rund 900 Tonnen schwer und sieht aus wie der Aufbau eines Kreuzers des Typs Ticonderoga, der mit einer universellen vertikalen Startanlage für Raketen (jetzt sind es Standard SM-3 Block IA) ergänzt wurde. In der Anlage befinden sich elektronische Modulelemente.

    Russland verwies mehrmals darauf, dass die in Aegis Ahore genutzten universellen vertikalen Startanlagen Mk.41 technisch nicht nur für Anti-Raketen, sondern auch für Starts von Langstrecken-Marschflugkörpern wie Tomahawk eingesetzt werden können. Moskau zufolge verstößt Aegis Ashore in diesem Fall gegen den INF-Vertrag, demzufolge die Seiten sich verpflichteten, keine bodengestützten Startanlagen für Marschflugkörper mit einer Reichweite von 500 bis 5500 Kilometern zu stationieren.

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    Tags:
    INF-Vertrag, Warn- und Feuerleitsystem Aegis, Tomahawk-Rakete, Viktor Posnichir, Rumänien, Polen, USA, Russland