23:45 20 September 2017
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    Carter Page, Gründer des Investmentunternehmens Global Energy Capital LLC und außenpolitischer Berater von Donald TrumpT-Shirt 'Trump Putin '16'

    Trump-Berater warnt vor respektlosem Umgang mit russischen Interessen

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    Die USA vergessen allmählich, dass Russland immer ein wichtiger Aspekt der strategischen Atompolitik der USA war, wie Carter Page, Gründer des Investmentunternehmens Global Energy Capital LLC und außenpolitischer Berater von Donald Trump, in einem Gastbeitrag für die Nachrichtenagentur Sputnik schreibt.

    Nachdem die meisten Amerikaner nach dem Endes der Sowjetära 1991 das Interesse an Massenvernichtungswaffen verloren hatten, trat die fundamentale Analyse des Problems in den Hintergrund und löste sich im Gemenge der meisten Russland betreffenden Fragen auf, so der Berater des republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

    „Nach Ende des Zweiten Weltkriegs galt Russland als der größte Gegner der USA in einem potentiellen Atomkonflikt. Diese Position basierte darauf, was wir über das Atompotential Moskaus gestern Bescheid wussten. Die Menschen, die für die US-Politik zuständig sind, sowie externe Experten betrachten diese Fragen eher separat, obwohl auf der Hand liegt, dass es eine direkte Verbindung zwischen den Beziehungen Washingtons und der russischen Regierung und der US-Atomstrategie gibt“, so Page.

    Ihm zufolge war die völlige Abwesenheit von sachlichen Diskussionen eine Voraussetzung zur Entstehung unvermeidlicher außenpolitischer Probleme, wie beispielsweise des Scheiterns des russisch-amerikanischen Abkommens zu Syrien und des Vertrags zur Entsorgung von Plutonium. Die Lösung der sich angehäuften Probleme könnte durch ein einfaches Konzept gegenseitigen Respekts gefördert werden.

    „Präsident Obama trat für das Konzept des gegenseitigen Respekts in Bezug auf den inneren Kontext der USA ein, doch ein Schritt zurück vom Hochmut der modernen Diplomatie könnte die Schaffung von stabilen Änderungen in den internationalen Beziehungen fördern. Ein auffallendes Beispiel für den Widerspruch der Ideen des gegenseitigen Respekts ist die Teilnahme der US-Regierung an inneren demokratischen Prozessen der Nachbarn Russlands“, so Trumps Berater.

    Es gibt keine einfachen Lösungen dieser Probleme, doch die absolut fehlende Aufmerksamkeit bezüglich der Interessen Russlands würde in Zukunft den Abwärtstrend bei der Entwicklung der russisch-amerikanischen Beziehungen zuspitzen.

    „Russland bleibt der Schlüssel zur Lösung vieler akuter, für Washington geostrategischer Probleme von Syrien und der Ukraine bis hin zur globalen Energiepolitik. Das kann leicht vergessen werden, da das Atomwaffenproblem technisch ist und eine tiefere Analyse erfordert. Allerdings sollen die Risiken, die mit den Massenvernichtungswaffen verbunden sind, angesichts der Zuspitzung der Beziehungen zwischen Russland und den USA dieses Problem in den Vordergrund bei den künftigen Debatten kommen. Wenn wir die gegenseitige Antipathie beenden wollen, müssen sie respektvoll und nicht provokativ verlaufen“, so Page.

    Die Beziehungen zwischen Moskau und Washington haben sich in den  zurückliegenden Jahren wegen der Situation auf der Krim und in der Ukraine sowie wegen Kontroversen bei Syrien-Krise deutlich verschlechtert. Die USA werfen Russland „aggressive Handlungen“ vor, Moskau verweist auf intensive militärische Aktivitäten der USA und der Nato nahe der russischen Grenzen und die Untergrabung der strategischen Stabilität durch den Aufbau des US-Raketenabwehrsystems in Europa.

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