03:09 23 März 2017
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    BRICS-Gipfel in Goa

    Zunehmender BRICS-Schulterschluss: „Nachtmahr für die USA“

    © Sputnik/ Alexei Druzhinin
    Politik
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    Da die USA der weltweit einzige „Verwalter“ bleiben wollen, versuchen sie, die BRICS-Gruppe um jeden Preis daran zu hindern, zu einem militärpolitischen Bündnis aufzusteigen. Diese These vertritt der russische Politikexperte Alexej Martynow im Hinblick auf den jüngsten BRICS-Gipfel in Indien.

    In einem am Montag veröffentlichten Gastbeitrag für die Tageszeitung „Iswestija“ schreibt Martynow, Anfang der 2000er Jahre seien westliche Experten davon ausgegangen, dass Russland, China, Indien und Brasilien grundsätzlich nicht in der Lage seien, eine Selbständigkeit bei strategischen Entscheidungen zu beanspruchen. Denn es sei damals in keinem Bereich möglich gewesen, ohne US-Zustimmung zu dominieren.

    „Mittlerweise verwandelt sich die BRICS-Gruppe souverän nicht nur in ein wirtschaftliches, sondern auch in ein politisches und sogar militärisches Bündnis. Für die USA, die maniakalisch danach streben, der weltweit einzige Verwalter und Hegemon zu bleiben, nimmt die Entwicklung eines solchen Bündnisses Züge eines richtigen Nachtmahrs an. Darauf gehen die antirussische ‚Hysterie‘ und die Sanktionen zurück – ebenso wie die Versuche, die alten Widersprüche zwischen China und Indien zu schüren, das Provozieren der politischen Krise in Brasilien im Jahr 2016, das Organisieren eines Putschversuchs in Südafrika und so weiter“, so Martynow.   

    „Um das BRICS-Wirtschaftsbündnis um jeden Preis daran zu hindern, sich auch als militärpolitisches Bündnis zu etablieren, greifen die USA zu alten Methoden. Das ist ihr Fehler, denn die Zeiten haben sich geändert“, schreibt der Experte.

    Er prognostiziert, die BRICS-Gruppe werde schnell zur weltweit führenden Allianz aufsteigen: „Waren Experten Anfang der 2000er Jahre davon ausgegangen, dass sich dieses Bündnis möglicherweise bis zu den 2050er Jahren endgültig herausbilden werde, so kann man jetzt davon sprechen, dass dies 2025 bis 2030 geschehen soll. Und ausgerechnet das impulsive Handeln der USA wird diesen Vorgang katalysieren.“ 

    „In der Abschlusserklärung des BRICS-Gipfels im indischen Goa wird der Aufbau von Institutionen der Gemeinschaft als Hauptziel eingestuft. Die Staats- und Regierungschefs der fünf Länder einigten sich darauf, möglichst schnell eine BRICS-Ratingagentur zu gründen, aber auch ein landwirtschaftliches Forschungszentrum, ein Eisenbahnnetz und ein Komitee für Zollkooperation. Die diplomatischen Akademien unserer Länder unterzeichneten eine Absichtserklärung“, stellt Martynow fest. 

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    Es gebe Pläne für eine gemeinsame Energieagentur und Aussichten auf friedliche Zusammenarbeit im Weltraum. Mit ihren gemeinsamen Bemühungen seien die BRICS-Länder auch in der Lage, zur Bekämpfung von Naturkatastrophen, Umweltproblemen und Seuchen beizutragen, hieß es.

    „Eine Synergie der BRICS-Völker ist ein positiver schöpferischer Impuls der Philosophie des Zusammenschlusses. Ausgerechnet er gibt der Menschheit eine neue Hoffnung und Zukunftsgestalt. Die Umsetzung dieser Hoffnungen liegt an uns“, schreibt Martynow zum Schluss.

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    Tags:
    BRICS, Brasilien, Indien, China, Russland, USA