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    Eindämmung gegen Moskau und Peking: „Schreckliche Einsicht steht den USA noch bevor“

    © AFP 2017/ Mohd Rasfan
    Politik
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    Die USA nutzen das nordkoreanische Atomprogramm als Vorwand für ihre Raketenabwehr-Pläne gegen China. Das ist Teil ihrer Eindämmungspolitik. Wäre Washington aber bereit, China als „zweites Russland“ zu behandeln? Mit dem Thema beschäftigt sich die russische Onlinezeitung vz.ru in einem Kommentar.

    „Dass Nordkorea Atombomben und ballistische Raketen hat, ist nur ein Vorwand für die Aufstockung der US-Militärstärke. In Peking ist man sich darüber völlig im Klaren. Genauso war man sich in Moskau immer darüber im Klaren, dass sich der Aufbau der US-Raketenabwehr in Europa nicht gegen die iranischen Raketen richtet, sondern gegen Russland“, schreibt vz.ru.

    „China – genauso wie Russland – hat sich bereits strikt gegen die von Washington und Seoul im laufenden Jahr verkündeten Pläne ausgesprochen, wonach ein brandneuer Raketenschirm in Südkorea aufgebaut werden soll. Nun stellt sich heraus, dass Hillary Clinton es für nötig hält, ganz China mit Raketenabwehrsystemen zu umgeben“, so der Kommentar.

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    Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte kürzlich Dokumente veröffentlicht, wonach Clinton noch im Jahr 2013 geäußert haben soll: „Wir haben vor, China mit einem Raketenabwehr-Ring zu umgeben. Wir haben vor, mehr Kriegsschiffe unserer Navy in dieser Zone zu stationieren.“ Washington werde dies tun, falls Peking die Nordkoreaner nicht unter Druck setze, so Clinton damals.

    Vz.ru kommentiert nun weiter: „Peking bekam einen Beleg dafür, was es ohnehin wusste: Die USA arbeiten auf eine strategische Eindämmung und Einkesselung Chinas hin. Im Fall ihrer Machtergreifung wird Clinton diese Politik ausbauen.“

    Washington nehme den Pazifikraum stärker ins Visier: „Alle begreifen, dass die Konfrontation zwischen China und den USA in den nächsten Jahrzehnten die Konstellation in dieser Hemisphäre bestimmen wird. Die Frage ist nun: Sind die USA bereit, zu einer offenen Phase ihrer Eindämmungspolitik gegen China überzugehen, das heißt dieses Land zu einem ‚zweiten Russland‘ zu erklären? Natürlich nicht. Im Spiel gegen Peking will Washington möglichst lang darauf verzichten, die Karten offen auf den Tisch zu legen.“

    Die US-Regierung habe alle Folgen ihrer Blockadepolitik gegen Moskau noch nicht endgültig verstanden: „Die schreckliche Einsicht, dass die versuchte Isolierung Russlands hauptsächlich auf dessen schnellere strategische Annäherung mit China hinausgelaufen ist, steht den Amerikanern noch bevor.“

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    Nicht dass China Angst vor den Raketenabwehr- oder Marine-Plänen der USA habe: „In Wirklichkeit können die USA den Raketenschild nur in Südkorea und Japan stationieren, während das Wachstumstempo der chinesischen Kriegsflotte dermaßen groß ist, dass Peking binnen zehn Jahren alle anliegenden Meere mit seinen Geschwadern spicken kann.“

    „Zwar wird Präsident Trump möglicherweise einen Handelskrieg gegen Peking starten. Doch dieses ist mehr darüber besorgt, dass Präsidentin Clinton sich in der Lage wähnt, China einzukesseln“, schreibt vz.ru.

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    US-Präsidentschaftswahl 2016, Hillary Clinton, USA, Russland, China
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