19:13 22 November 2019
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    Norwegen erleidet Millionen-Verluste: Fischer fordern Sanktionsende gegen Russland

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    Mitarbeiter der norwegischen Fischfangbrache rufen zur Aufhebung der Russland-Sanktionen auf, wie russische Medien am Dienstag berichten. Eine diesbezügliche Petition wollen sie bei den führenden Unternehmen der Branche einreichen, die ihrerseits diese dem einheimischen Parlament vorlegen sollen.

    Das Dokument unterschrieben Fischer in ganz Norwegen. Sie hoffen, dass Russland nach der Aufhebung der Sanktionen auch sein Lebensmittelembargo abschaffen werde.     

    Falls die Fischfangbetriebe die Gründe für die Beschwerden für ausreichend genug halten, wird die Petition dem norwegischen Parlament zur Erörterung vorgelegt.     

    Für heute sei in Oslo ein Treffen unter Vertretern von Organisationen und Unternehmen der Fischfangbrache geplant.  Auf der Tagesordnung stehen den Medien zufolge die Entwicklungsperspektiven der norwegischen Fischerei und die Lösung aktueller Probleme des Gewerbes.        

    Der durch die Russland-Sanktionen und Gegenmaßnahmen Moskaus zugefügte Schaden stellt zurzeit ein akutes Problem für die norwegischen Fischer dar. Ein Embargo für norwegische Meeresfrüchte hatte Russland im Jahr 2014 als Gegenmaßnahme zu den EU-Sanktionen verhängt, zu denen sich auch Norwegen angeschlossen hatte, obwohl es kein EU-Mitglied ist.

    Bereits einen Monat nach der Einführung der Sanktionen hatten norwegische Journalisten ihre Besorgtheit darüber geäußert.  „Norwegen ist von den Russland-Sanktionen besonders betroffen“, hatte damals die norwegische Zeitung „Aftenposten“ geschrieben. Die düsteren Prognosen der Massenmedien ließen nicht lange auf sich warten. 

    Nach offiziellen auf der Website der norwegischen Regierung veröffentlichten Angaben hat der Export Norwegens nach Russland bis 2014 bei rund 8,3 Milliarden Kronen (etwa 919 Millionen  Euro) jährlich gelegen. Fast auf dieselbe Kennziffer hat sich Russlands Export nach Norwegen – neun Milliarden Kronen (etwa 996 Millionen Euro) — belaufen.  

    „Fisch und Meeresfrüchte haben zu den wichtigsten Artikeln des norwegischen Exports gezählt. Im Jahr 2013 ist Russland für Norwegen zu dem größten Fischmarkt geworden. Der Fischexport wurde auf 6,5 Milliarden Kronen geschätzt, was 76 Prozent des gesamten Exports nach Russland ausmachte“, hieß es in der Regierungsmitteilung.

    Wegen der Russland-Sanktionen sei diese Kennziffer aber um 37 Prozent zurückgegangen, was zu starken Verlusten in der Fischfangbranche  geführt habe. Viele Fischfangbetriebe haben im Jahr 2016 ihre Verluste nicht wiedergutmachen können. Die Regierung war zur Unterstützung der Branche gezwungen, eine Kreditlinie von einer Milliarde US-Dollar zu öffnen.    

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich nach dem Beginn des Ukraine-Konflikts deutlich verschlechtert. Die EU und die USA gingen im Juni 2014 von Einzelsanktionen gegen Privatpersonen und Unternehmen zu einschränkenden Maßnahmen gegen ganze Sektoren der russischen Wirtschaft über. Im Gegenzug erließ Moskau ein Einfuhrverbot für Lebensmittel aus den Ländern, die Sanktionen gegen Russland verhängt hatten.

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    Embargo, Petition, Export, Verluste, Sanktionen, EU, Ukraine, USA, Russland, Norwegen