16:00 19 Januar 2017
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    Lage im Nordosten Aleppos

    Kreml: „Humanitäre Pause“ in Aleppo gibt Russland-USA-Vereinbarungen eine Chance

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    Politik
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    Situation in Syrien (2016) (851)
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    Der Kreml rechnet damit, dass eine „humanitäre Pause“ im syrischen Aleppo eine neue Chance biete, die zwischen Moskau und Washington erzielten Vereinbarungen zu Syrien in die Tat umzusetzen, wie der Sprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow am Dienstag sagte.

    „Sie stellt eine große Chance dar, wenn der politische Wille für die Umsetzung solcher Maßnahmen gezeigt wird, die noch mehrere Wochen zuvor in Übereinstimmung mit den russisch-amerikanischen Vereinbarungen hätten getroffen werden müssen. Das russische Militär gibt nun eine weitere Chance“, so Peskow.

    Moskau hoffe darauf, dass seine Partner allen die Möglichkeit geben würden, diese Chance zu nutzen, und erwartet nach der Einstellung der Luftschläge in Syrien, dass auch die westlichen Partner „vielfache Anstrengungen“ ergreifen werden. 

    „Russland erwartet nun ‚vielfache Anstrengungen‘ seitens seiner Partner bei der Syrien-Regelung, damit diese die Stafette übernehmen, zur humanitären Operation sowie zum Abzug der Extremisten aus Aleppo und einer realen Abgrenzung der sogenannten gemäßigten Opposition von den Terrorgruppierungen beizutragen“, so Peskow.   

    Die Einstellung der Luftangriffe im Raum Aleppo sowie die Verhängung der humanitären Pause seien kein Versuch Russlands, die Kritik des Westens an dessen Vorgehen in Syrien auszugleichen.   

    „Dies ist keinesfalls damit verbunden. Dies ist eine offensichtliche Fortsetzung der Bemühungen Russlands im Anti-Terror-Kampf in Syrien sowie der Entblockierung der Situation um Aleppo. Das ist ausschließlich eine Äußerung guten Willens durch das russische Militär, dass die Einführung einer ‚humanitären Pause‘ für den 20. Oktober geplant und am Dienstag die Luftangriffe in Aleppo ausgesetzt hat, um die für diese Pause nötigen Bedingungen zu schaffen“, sagte Peskow.    

    Die russische Luftwaffe und die syrischen Luftstreitkräfte hatten ihre Angriffe im Raum von Aleppo ab 09.00 Uhr MESZ vorübergehend eingestellt. 

    Am 3. Oktober hatten die USA die Einstellung der Zusammenarbeit mit Russland zur Waffenruhe in Syrien erklärt und lediglich militärische Kanäle zur Verhinderung von Konflikten im syrischen Luftraum zwischen der Luftwaffe beider Länder offen gelassen.

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    Tags:
    Anti-Terror-Kampf, Vereinbarungen, Waffenruhe, Dmitri Peskow, USA, Syrien, Russland
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    Alle Kommentare

    • Wenn die gemäßigten so gemäßigt sind, wie die Amerikaner immer behaupten, dann können sie ja gemeinsam mit ihren Verbündeten nach hause, sprich in die USA, emmigrieren und dort ihre Rolle weiter spielen.
    • rkunz
      "Neue Chance?" - vergesst es! Die USA und ihre Komplizen werden das gleiche üble Spiel nochmals treiben wie bei den früheren "Waffenstillständen", das heisst, Terroristen neu ausrüsten und neu positionieren.

      Präsident Baschar al-Assad hat es im letzten Interview mit der Komsolmolskaya Pravda deutlich gesagt: Die USA benutzt Terroristen wie eine Joker-Karte, um ihre "geostrategischen Interessen" umzusetzen, zuvor schon in Afghanistan und Tschetschenien gegen Russland.

      Es ist damit zu rechnen, dass neuer Nachschub von Jihadisten bereits aus Mosul in Richtung Deir az-Zour, Raqqa und Aleppo und auch aus der Türkei Richtung al-Bab und Aleppo, Idlib, nördliche Provinz Lattaqiya unterwegs ist. Es wäre Zeit, genaues Augenmerk auf die Stadt Ash-Shaddade an der Grenze zu Irak und den Provinzen Hassake und Deir az-Zour zu richten, wo angeblich schon US-"Spezialkräfte" präsent sind. Dieser Ort eignet sich bestens, um aus Mosul "flüchtende" Jihadisten weiter in Richtung Deir az-Zour, Palmyra, Raqqa und Aleppo "weiter zu verteilen"
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