11:53 26 September 2020
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    Zum ersten Mal seit Angela Merkels Wahl im Jahr 2005 wird der CSU-Parteitag Anfang November ohne die Bundeskanzlerin stattfinden, wie die Süddeutsche Zeitung am Dienstag berichtet. Zwar stehe eine offizielle Bestätigung noch aus, doch sollen sich CSU-Chef Horst Seehofer und Merkel in dieser Frage einig seien.

    Nach Informationen der Zeitung herrschten bei einer Sitzung des CSU-Strategieteams am Montag große Zweifel, dass ein Besuch der CDU-Vorsitzenden in der derzeitigen Phase sinnvoll sei.

    Die beiden Parteien CSU und CDU streiten sich seit Monaten über die Flüchtlingspolitik. Während die CSU eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen verlangt, lehnt Merkel eine solche ganz ab.

    Vor diesem Hintergrund sollen CSU-Politiker gesagt haben, dass ein Besuch der Bundeskanzlerin zu früh käme und die Aussöhnung in der Union gefährden könnte, so die SZ. Im vergangenen Jahr hatte Seehofer Merkel gar eine Viertelstunde lang auf offener Bühne für ihre Flüchtlingspolitik kritisiert. Genau deswegen herrscht in der CSU die Ansicht, dass Merkels Besuch im laufenden Jahr keinem nutzen würde. Sollte die Kanzlerin zu herzlich empfangen werden, werde sich die CSU-Basis überrumpelt fühlen. Werde sie angegriffen, würden sich die Beziehungen zwischen CDU und CSU erneut verschlechtern.

    „Die Welt verändert sich nicht, wenn ein Parteitag mal ohne den anderen Parteichef stattfindet“, zitiert die SZ die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt.

    Aus der CDU-Zentrale verlautete, man erwarte gar nicht, dass die CDU-Chefin unbedingt eingeladen werden müsse. Der laufende Annäherungsprozess zwischen den Schwesterparteien in der Flüchtlingspolitik müsse nicht unbedingt zum CSU-Parteitag vollendet werden. Er dürfe auch länger dauern. Wichtig sei nur, dass man diesen Prozess ernst nehme, um so die Reihen von CDU und CSU bis zum Auftakt des Bundestagswahlkampfs zu schließen.

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    Tags:
    Streit, Flüchtlingspolitik, Migranten, CDU, CSU, Horst Seehofer, Angela Merkel, Deutschland