Widgets Magazine
16:34 19 August 2019
SNA Radio
    Der schwere Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ der Nordflotte in Zypern (Archivbild)

    Russischer Verband im Mittelmeer: „Angesichts inadäquater Aussagen von US-Politikern“

    © AP Photo / Pavlos Vrionides
    Politik
    Zum Kurzlink
    42995

    Ein russischer Marineverband mit dem Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ an der Spitze ist unterwegs ins Mittelmeer – seine Mission ist angesichts der aktuellen Spannungen von besonderer Bedeutung, wie der russische TV-Sender Swesda feststellt. Ein Experte bescheinigt den USA dabei, die Wiedergeburt der russischen Marine verpasst zu haben.

    Der Sender postuliert in seiner Onlineausgabe, diese Mission im Mittelmeer sei von besonderer Art, denn zum Einsatz komme eine Flugzeugträger-Kampfgruppe: „Das ist eine richtige ‚Marine-Faust Moskaus‘, die eine Flieger-, eine Anti-Schiff-, eine Flugabwehr- und eine U-Jagd-Komponente hat.“

    Der Flugzeugträger wird dabei vom atomgetriebenen Lenkwaffenkreuzer „Pjotr Weliki“ sowie von zwei großen U-Jagd-Schiffen und von Versorgungsschiffen begleitet. Der Sender kommentiert, Russland gebe damit insbesondere seinen Kräften in Syrien mehr Rückendeckung.

    „Im Hinblick auf manche inadäquaten Aussagen von US-Politikern zu Russlands Vorgehen in Syrien ist der starke Schiffsverband in der Lage, jenen Aggressivitäts-Faktor einzudämmen, der von der im Mittelmeer stationierten Sixth Fleet der USA ausgeht. Das ist auch wichtig“, so der Sender.

    Während der Mission der „Kusnezow“ sind nach Angaben der russischen Nordflotte unter anderem Übungsflüge der mitgeführten Flugzeuge und Hubschrauber geplant. Der Verband soll auch mit weiteren russischen Kriegsschiffen im Mittelmeer üben.

    Der Sender kommentiert weiter: „Das ist der Alltag der russischen Kriegsmarine, die mehr Zeit auf See verbringt als am Anlegeplatz. Ein Manöver von diesem Ausmaß findet aber erstmals seit 1991 statt und macht die USA und die Nato offensichtlich nervös, die daran gewöhnt sind, dieses Meeresgebiet zu dominieren.“

    Russisches Manöver im Mittelmeer: „Nervöse Aufregung im Westen“

    Franz Klinzewitsch, Vizechef des Ausschusses für Verteidigung und Sicherheit im Föderationsrat, dem russischen Oberhaus, sagte: „Die Amerikaner genauso wie die anderen Nato-Länder staunen immer wieder über die zunehmenden Aktivitäten der russischen Kriegsflotte. Sie haben deren Wiedergeburt und deren mehrfach zugenommene Kampfkraft banal verpasst. Brauchen wir eine Präsenz im Mittelmeer? Ja. Im Pazifik, im Atlantik, im Indischen Ozean? Ebenfalls.“

    „In vollem Umfang ist dies vorerst vielleicht noch nicht möglich, doch das Wachstumstempo der russischen Überwasser- und U-Boot-Flotte ermöglichen die Behauptung, dass unsere Kriegsmarine in den nächsten Jahren zu einem sehr ernstzunehmenden Rivalen für jede Kriegsflotte der Welt wird“, so Klinzewitsch.

    Er betonte: „Bereits jetzt geben die Amerikaner zu, dass die Ausstattung und die technischen Möglichkeiten russischer Kriegsschiffe von höchstem Niveau sind. Und in Bezug darauf, dass die Amerikaner aufrichtig staunen, wenn sie unsere Schiffsverbände in diesem oder jenem Teil des Weltmeeres entdecken, würde ich so sagen: Es ist Zeit, sich daran zu gewöhnen!“

    Zuvor hatte die russische Nordflotte mitgeteilt, die aktuelle Mission der „Kusnezow“ ziele allgemein darauf ab, eine „Marinepräsenz in operativ wichtigen Gebieten des Weltmeeres“ zu gewährleisten. Es gehe auch darum, die Schifffahrt und „weitere wirtschaftliche Aktivitäten Russlands auf See“ zu sichern sowie auf „neue gegenwärtige Bedrohungen wie die Piraterie und der internationale Terrorismus“ zu reagieren.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Russische Kriegsflotte wird aktiver: „Dünnhäutige Reaktionen im Pentagon“
    Nach Vorfall mit russischem Kriegsschiff: „Zeigen die USA, wer der Herr im Haus ist?“