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    Der ehemalige britische Außenminister Jack Straw trägt, wie er Sky News zufolge nun selbst zugab,„eine sehr große Verantwortung“ für die Invasion in den Irak im Jahr 2003.

    „Ich trage eine sehr große Verantwortung, weil ich einer der hochrangigen Minister war, die diese Entscheidung gebilligt und dies dem House of Commons empfohlen hatten“, sagte Straw in einem Interview mit dem TV-Sender Sky News.

    Die Entscheidung schien dem Politiker zufolge damals völlig gerechtfertigt, da sie sich auf vorliegende Informationen gestützt habe. Scharf kritisierte Straw jedoch die Entscheidung, die Anhänger der Baath-Partei von Saddam Hussein aus der irakischen Armee auszuschließen. Sie sei, so der Ex-Außenminister, ohne Abstimmung mit den Außenministern Großbritanniens und der USA getroffen worden, was einen „Fehler im US-System“ demonstriert habe.

    Zuvor hatte der ehemalige britische Premier Tony Blair erklärt, er übernehme die Verantwortung für das Scheitern der Militäroperation im Irak.   
    Straw hatte von 2001 bis 2006 den Posten des britischen Außenministers inne.

    Der Irak-Krieg begann am 20. März 2003 mit der Invasion der USA und ihrer Verbündeten, darunter Großbritannien, zum Sturz des Regimes von Saddam Hussein. Die Teilnahme der britischen Truppen an der Operation spaltete das Kabinett des damaligen Premiers Tony Blair. Das Kabinett beschloss die Entsendung der Truppen in den Irak erst nach der Erklärung Blairs, dass Hussein über Massenvernichtungswaffen verfüge, die im Irak im Ergebnis nicht entdeckt wurden.

    Am 13. Dezember 2003 war Saddam Hussein von US-Besatzungstruppen festgenommen worden. Später war der Diktator wegen des Massakers an Schiiten und Kurden zum Tode verurteilt und hingerichtet.

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    Tags:
    Militäroperation, Verantwortung, Fehler, Invasion, Saddam Hussein, Irak, Großbritannien