02:42 25 Juni 2018
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    Der ehemalige russische Stützpunkt Radioelektronischen Zentrum von Lourdes in Kuba 2001

    Wieder russischer Stützpunkt auf Kuba? Außenministerium-Quelle dementiert

    © AFP 2018 / Adalberto Roques
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    Russland hat die Wiedereröffnung des Militärstützpunktes auf Kuba nicht in Aussicht, berichtete die Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle im russischen Außenministerium.

    „Wir haben keine Militärstützpunkte in Lateinamerika, wir eröffnen keine und führen keine Gespräche dazu, auch mit Kuba nicht", so die Quelle. Allerdings bräuchten russische Kriegsschiffe an bestimmten Punkten Anlaufhäfen, in denen sie tanken und wo ihre Besatzungen die Wasser- und Nahrungsmittelvorräte ergänzen und sich erholen könnten.

    „Eine solche Zusammenarbeit haben wir, im gegebenen Fall  mit Kuba. Es gibt eine solche Praxis, daran gibt es nichts Neues", sagte er. Es gebe also einen Hafen auf Kuba, den die russischen Schiffe anlaufen dürfen.

    „Ein Schiff läuft den Hafen an, wird dort bedient, dann verlässt es den Hafen und fährt weiter, gemäß seiner Aufgabe. Es gibt dort  nichts, was einer Stationierung unserer  Truppen dienlich wäre, Spezialisten von uns, die sich damit beschäftigen könnten, halten sich dort nicht auf. All das machen die Kubaner", sagte die Quelle der Zeitung.

    Es gebe eine „unter anderem auf einer hohen Ebene deutlich erklärte"  Haltung in Bezug auf russische Militärstützpunkte, von der sich das Außenministerium leiten lasse, sagte er, und es gebe „andere prinzipielle Festlegungen gibt es nicht".

    Zuvor hatte der stellvertretende Verteidigungsminister Nikolaj Pankow mitgeteilt, dass seine Behörde sich mit der Arbeit zur Wiedereröffnung der russischen Militärstützpunkte auf Kuba und in Vietnam befasse. Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, sagte dazu, die letzten zwei Jahre hätten die internationalen Verhältnisse grundlegend geändert.

    Jedoch hatte der vietnamesische Verteidigungsminister vor einer Woche bekanntgegeben, dass sein Land keine ausländischen Militärstützpunkte auf seinem Territorium genehmigen werde.

    Zuvor hatte der russische Verteidigungsminister Sergej Schojgu gesagt, dass Russland den Ausbau seiner ausländischen Militärbasen plane, darunter in Kirgisien, Tadschikistan und Armenien.

    Die russischen Militärstützpunkte  in Vietnam und auf Kuba waren 2002 geschlossen worden. Im kubanischen Lourdes hatte sich eine Radaranlage befunden, die die Erfassung und Analyse elektronischer Signale  ermöglichte.  Im vietnamesischen Cam Ranh bestand ein Marinestützpunkt.

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    Tags:
    Militärstützpunkt, Vietnam, Kuba, Russland