10:02 07 Dezember 2019
SNA Radio
    Zerstörte syrische Stadt Aleppo (Archivbild)

    Moskau: Aleppo-Evakuierung gescheitert - Wie weiter aus russisch-syrischer Sicht?

    © REUTERS / Abdalrhman Ismail
    Politik
    Zum Kurzlink
    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
    552555
    Abonnieren

    Eine mögliche Wiederaufnahme der humanitären Pause im syrischen Aleppo steht zurzeit nicht auf der Tagesordnung, wie Russlands Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Montag gegenüber Journalisten sagte.

    „Die humanitäre Pause ist seit Samstag beendet. Für eine Rückkehr zu dieser Pause müssten unsere Opponenten ein adäquates Vorgehen der Anti-Regierungs-Gruppierungen gewährleisten, die unter anderem die während der humanitären Pause geplante medizinische Evakuierung haben scheitern lassen“, so Rjabkow.

    Moskau habe sich davon überzeugen lassen müssen, dass alle Vorwürfe gegenüber Damaskus und Moskau auf „ein Aufhetzen der Atmosphäre und die Schaffung einer für uns ungünstigen politischen Konjunktur abzielen“. „Das ist ein vollkommen klares Spiel,  wohinter gar keine Sorge um die humanitäre Situation in Aleppo steht. Würden sich diejenigen, die Kritik an uns üben, tatsächlich um das Schicksal der Zivilisten in Aleppo sorgen, hätten sie realen Einfluss auf Opposition und Extremisten ausgeübt“, betonte der Diplomat.

    „Das, was in den vergangenen drei Tagen hätte geschehen müssen, ist nicht passiert, deswegen ist eine mögliche Wiederaufnahme der humanitären Pause derweil nicht aktuell“, hieß es aus Moskau. Alle bisher erzielten Vereinbarungen zu Syrien blieben derweil in Kraft: „Sowohl wir als auch Damaskus halten die Abkommen strikt ein“, so Rjabkow.

    Ein Besuch des syrischen Außenministers Walid Muallem in Moskau sei möglich, jedoch noch im Besprechungsstadium. Als mögliches Besuchsdatum sei der 28. Oktober im Gespräch. Zuvor hatte Syriens Botschafter in Russland, Riad Haddad, mitgeteilt, dass Muallem Moskau bis Ende Oktober einen Besuch abstatten werde. Während des dreitätigen Aufenthaltsprogramms solle er selbstverständlich auch seinen russischen Amtskollegen Sergej Lawrow treffen.

    Die humanitäre Pause war am 20. Oktober um 08:00 Uhr Ortszeit in Kraft getreten. Acht Korridore waren vorgesehen – sechs für Zivilisten und zwei für Kämpfer. Die russischen und syrischen Luftstreitkräfte hatten bereits am Dienstag ihre Angriffe auf die Stellungen der Terroristen eingestellt, um die umkämpfte Stadt auf die großangelegte Feuerpause vorzubereiten.Weder Kämpfern noch Zivilisten war es am dritten Tag der humanitären Pause gelungen, Ost-Aleppo zu verlassen.

    Zuvor hatte ein Bewohner von Ost-Aleppo gegenüber RIA Novosti gesagt, Terroristen der Dschebhat an-Nusra würden seit zwei Tagen die Ausgänge zu den humanitären Korridoren blockieren und damit drohen, jeden zu erschießen, der zu fliehen versuche.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)

    Zum Thema:

    Syrische Armee gewinnt Kontrolle über Militärstützpunkt in Süd-Aleppo zurück
    Letzter Tag der Waffenruhe: Kämpfer und Zivilisten konnten Aleppo nicht verlassen
    Russland verlängert humanitäre Feuerpause in Aleppo um weitere 24 Stunden
    Generalstab: 1200 Terroristen holen zu Angriff auf Aleppo aus
    Tags:
    Wiederaufnahme, humanitäre Pause, Al Nusra-Front, Walid Muallem, Sergej Lawrow, Riad Haddad, Sergej Rjabkow, Syrien, Russland