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    Luftangriff auf einen Trauerzug in Jemen. 8.Oktober

    London trainiert saudische Piloten auch nach Luftschlag der Koalition in Jemen

    © REUTERS / Mohamed al-Sayaghi
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    Die britischen Liberaldemokraten behaupten, dass London Piloten der saudi-arabischen Luftwaffe ausgebildet hat – trotz der Vorwürfe gegen das Königreich, im Jemen Kriegsverbrechen begangen zu haben, schreibt die britische Zeitung „The Independent“.

    Bei einem massiven Luftschlag gegen eine Trauerzeremonie in Sanaa am 8. Oktober waren laut UN-Angaben mindestens 140 Menschen getötet und 525 weitere verletzt worden. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition, die von den Huthi-Rebellen für den Luftangriff  verantwortlich gemacht worden war, behauptete, sich nicht daran beteiligt zu haben. Später beteuerte sie nach internen Ermittlungen, der Schlag wäre wegen „falscher Informationen“ geführt worden, die Riad vom jemenitischen Generalstab erhalten hätte.

    Der für auswärtige Angelegenheiten zuständige Vertreter der Liberaldemokratischen Partei, Tom Brake, forderte das Verteidigungsministerium auf, die Ausbildung der saudi-arabischen Militärpiloten unverzüglich einzustellen und den Waffenexport an Riad strenger zu kontrollieren.  Nach „The Independent“-Angaben räumte Verteidigungsminister Michael Fallon auf Brakes Nachfrage ein, dass saudische Militärs tatsächlich ausgebildet worden seien.

    „Im Rahmen unserer andauernden Kooperation mit Saudi-Arabien im Verteidigungsbereich  leistete Großbritannien der königlichen Luftwaffe Saudi-Arabiens sowohl in Großbritannien als auch in Saudi-Arabien Ausbildungshilfe“, betonte er. Dabei sei unter anderem das Orten von Zielen geübt worden.

    Fallon beteuerte jedoch, London hätte Riad keine Empfehlungen in Bezug auf den Einsatz im Jemen gegeben.

    Mehr zum Thema: Uno verkündet neue Waffenruhe im Jemen

    „Es ist eine Schande, dass die britische Regierung nicht nur saudische Piloten aufrüstet, sondern auch trainiert. Für den skrupellosen Bombenangriff gegen unschuldige Zivilisten durch Saudi-Arabien im Jemen, der eine klare Verletzung des Völkerrechts war, gibt es jetzt dokumentarische Beweise“, sagte Brake. „Die Regierung sollte aufhören, sich an dieser tödlichen Kampagne zu beteiligen.“

    Der britische Minister für Nahost-Fragen, Tobias Ellwood, hatte zuvor erklärt, der saudische Luftschlag im Jemen sei „ein absichtlicher Fehler“ eines der zuständigen Beamten gewesen. Ministerpräsidentin Theresa May hatte ihrerseits den Waffenexport an Saudi-Arabien verteidigt, weil die gegenseitigen engen Kontakte „die Sicherheit der Menschen auf den britischen Straßen gewährleisten“.

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    Tags:
    Tobias Ellwood, Großbritannien, Saudi-Arabien, Sanaa