00:08 23 April 2018
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    Flüchtlinge aus Mossul und Hawija im irakischen Camp DaquqFluchtkorridor im Norden Aleppos

    Lawrow: Was USA Russland in Aleppo vorwerfen, tun sie in Mossul selbst

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    Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat die Doppelmoral Washingtons im Kampf gegen die Terrormiliz Daesh (auch Islamischer Staat, IS) in Syrien und im Irak angeprangert: Die USA kritisierten Russland für die Befreiungsoperation im syrischen Aleppo, gehen im irakischen Mossul jedoch selbst ganz genauso vor.

    „Sie (die USA — Red.) bereiten im irakischen Mossul eine Operation vor, um diese Stadt von den Terroristen zu befreien. Auch Aleppo muss von den Terroristen befreit werden“, so Lawrow am Dienstag in Moskau. „In Mossul appelliert die US-Koalition an die Bevölkerung, die Stadt zu verlassen – genauso, wie wir das auch in Aleppo gemacht haben. Genauso wie in Aleppo werden Fluchtkorridore offengehalten, damit die Kämpfer abziehen könnten.“

    Als aber Russland in Aleppo solche Fluchtkorridore für die Einwohner einrichtete, so der russische Chefdiplomat, hätten die USA das heftig kritisiert. „Die Amerikaner kritisierten uns scharf, sagten, das sähe wie ethnische Säuberung aus, weil viele ihr Zuhause verlassen müssen“, erläuterte Lawrow.

    „Wenn nun die Operation in Mossul zustande kommt, wird es laut UN-Schätzungen bis zu einer Million Flüchtlinge geben, die ihr Zuhause verlassen werden“, ergänzt der Außenminister. Seinen amerikanischen Amtskollegen John Kerry habe er bei einem Telefonat am Dienstag auch auf diese Doppelmoral angesprochen.

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    Tags:
    Doppelmoral, John Kerry, Sergej Lawrow, Aleppo, Mossul, Syrien, Irak