00:07 23 April 2018
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    US-Wirtschaft (Symbolbild)

    USA sollten sich um kränkelnde Wirtschaft sorgen statt um „Russische Gefahr“ – Medien

    © Flickr/ Bill Brooks
    Politik
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    Washington sorgt sich um eine angebliche russische Bedrohung, wobei es doch andere wirklich alarmierende Tendenzen in der Welt gibt, wie das US-amerikanische Nachrichtenportal United Press International berichtet.

    Westliche Mächte fürchten einen neuen Kalten Krieg und halten Russland für den größten Gegner, heißt es bei UIP. Doch dies seien im Grunde übertriebene Ängste. Einerseits sei es doch offensichtlich, dass Russland weder die baltischen Staaten noch die Schwarzmeeranrainer angreifen möchte, da ein bewaffneter Konflikt gegen die Nato, welcher dann auch noch zu einem Atomkrieg auswachsen könne, schlicht „keinen Sinn ergebe“. Andererseits habe der russische Präsident Wladimir Putin auch andere Mittel, um Russlands Einfluss und Ansehen zu stärken.

    Man dürfe nicht vergessen, so das Portal, dass Putin sich auf dem Höhepunkt seiner Beliebtheit befinde: 80 Prozent der Russen unterstützten ihren Präsidenten: „Vielleicht ist es nur ein vorübergehender Effekt, aber amerikanische Politiker würden für ein solches Rating ihre Seele verkaufen.“ 

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    Indes sei die Welt – von Nigeria bis zum Pazifik – am Rande einer Katastrophe: Die Terrororganisationen Boko Haram und Islamischer Staat (IS, auch Daesh) agierten inzwischen transkontinental, der Nahe Osten stecke von Libyen über Syrien bis nach Afghanistan in Konflikten fest, die Kaschmir-Region sorge permanent für Spannungen zwischen Pakistan und Indien, Nordkorea baue sein nukleares Potential aus und China weite seine militärische Präsenz aus.

    Worüber die USA sich aber besonders den Kopf zerbrechen sollten, sei ihr eigenes labiles Finanzsystem, heißt es in dem Artikel: An den Börsen entstehe eine Blase; das Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelter Aktien (KGV) sei völlig aufgebläht. Das liege an den derzeit rekordniedrigen Zinsen. „Früher oder später steigen die Zinsen aber wieder, wodurch das KGV wieder auf seinen historischen Durchschnitt zurückfällt. Für die Börsen bedeutet das einen Sturz von 15 bis 25 Prozent“, so UPI. „Für die Investoren wäre das ein schwerer Schlag.“

    Noch könne ein solcher Zusammenbruch der Wertpapiermärkte vermieden werden. Sollte er aber dennoch eintreten, werde das für die USA sehr schmerzhaft, warnt UPI.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Wladimir Putin, Russland, USA