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    Regelung der Syrien-Krise (2016) (515)
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    Der Politikwissenschaftler John J. Mearsheimer von der University of Chicago hat die Lage in Syrien als ausweglos eingestuft. Die entgegengesetzten Ziele, die Moskau und Washington verfolgen, können eine gefährliche Eskalation zur Folge haben.

    Es gebe keinen Ausweg aus dem syrischen Konflikt, so Mearsheimer, weil Russland und die USA entgegengesetzte Haltungen eingenommen haben. „Die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation, bei der Russen und Amerikaner beginnen werden, aufeinander zu schießen, besteht immer, und das wäre eine sehr gefährliche Situation, die wir selbstverständlich vermeiden  möchten", sagte Mearsheimer in  einer Pressekonferenz beim internationalen Diskussionsklub Valdai, der in Sotschi vom 24. bis zum  27. Oktober stattfindet.

    Von vornherein  hätten die USA eine Schlüsselrolle beim Entfachen dieses Krieges in Syrien gespielt,  so Mearsheimer. Den Kurs auf den Wechsel des Regimes in Syrien habe die Regierung des Präsidenten Obama von dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush geerbt. Die Vereinigten Staaten haben beachtliche Mittel dafür ausgegeben, indem sie den Kräften geholfen haben, die den syrischen Präsidenten Bashar al Assad stürzen wollen.

    Das Auftauchen Russlands in der Arena habe den Washingtoner Kurs blockiert, wodurch die USA und Russland sich auf verschiedenen Seiten der Barrikaden sich gefunden haben, sagte Mearsheimer.

    „Aus der US-Sicht besteht das Problem darin, dass der Einmarsch der Russen in Syrien im September 2015 faktisch zu einer Niederlage für die USA wurde". Als sich die Russen in die Pläne zum Sturz von Assads Regierung  eingemischt haben, sei die Umsetzung dieser Pläne für die USA fast unmöglich geworden, obwohl dieser Sturz von Anfang an ihr grundsätzliches Ziel gewesen sei. „Und die Amerikaner haben auf eine lächerliche Weise verloren", sagte er.

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    Sturz, Eskalation, Baschar al-Assad, Syrien, USA, Russland