17:34 21 April 2018
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    Situation in Mossul

    USA bombardieren im Irak immer öfter Zivilbevölkerung

    © REUTERS / Zohra Bensemra
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    Seit dem 17. Oktober läuft im Irak der Einsatz der nationalen Sicherheitskräfte unter Mitwirkung der Luftwaffe der von den USA angeführten internationalen Koalition, dessen Ziel die Einkesselung der IS-Terroristen in Mossul ist, schreibt „Rossijskaja Gaseta“.

    US-Kampfjet F-22 Raptor
    © REUTERS / Toby Melville
    Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hat jeder Kampfjet der internationalen Koalition allein seit gestern 22 Flüge unternommen. Gegen verschiedene Objekte auf dem irakischen Territorium wurden 19 Schläge geflogen. Dieses Vorgehen der internationalen Koalition ließe sich begrüßen, wenn nicht die Ergebnisse einiger dieser Angriffe eher Pessimismus hervorrufen würden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow.

    Nach seinen Worten hatten die russischen Aufklärungskräfte am 21. Oktober beobachtet, wie zwei Kampfjets Angriffe gegen den Ort Dakuk, 30 Kilometer südlich von Kirkuk, geführt hatten. „Laut Augenzeugen dachten die Koalitionskräfte, dass es sich dabei um eine Kämpfergruppe handelt, doch dort fand eine Trauerzeremonie statt. Dabei wurden Dutzende friedliche Iraker, darunter Frauen und Kinder, getötet“, so der General. Die russische Militärbehörde habe schon öfter betont, dass solche Luftschläge gegen friedliche Ortschaften, die sich durchaus als Kriegsverbrechen bezeichnen lassen, so gut wie „normal“ für die internationale Koalition geworden seien. 

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    Zuvor hatte der belgische Verteidigungsminister versucht, die Weltgemeinschaft von der Tragödie abzulenken, die sich am 18. Oktober im kurdischen Dorf Hasadschek ereignet hatte. Brüssels Aussagen bezeichnete Konaschenko als „aus der Sicht eines jeden Profis von Anfang an unsinnige Rechtfertigungen“. „Das russische Verteidigungsministerium stellte der belgischen Seite ausführliche Angaben über die objektive Kontrolle des syrischen Luftraums bereit, die beweisen, dass die belgische Luftwaffe den Schlag versetzt hatte.“ Jeder Luftapparat habe eine ganze Reihe von einmaligen Merkmalen, die seine Identifizierung ermöglichen, unterstrich General Konaschenkow. Danach werden die jeweiligen Maschinen in eine entsprechende Datenbank aufgenommen, so dass jedes nächste Mal nicht nur das Modell, sondern auch die Zugehörigkeit des Flugzeuges erkannt werde. Die von einem Stützpunkt in Jordanien abgehobenen Maschinen seien sofort als F-16-Kampfjets der belgischen Luftwaffe identifiziert worden.

    Zugleich verwies die russische Militärbehörde auf einen Umstand: Die belgischen Flugzeuge, die im syrischen Luftraum zwei Stunden und 52 Minuten verbrachten, wurden in der Luft über Deir ez-Zor von einem US-Tankflugzeug KC-135 aufgetankt und flogen in der nordwestlichen Richtung weiter. Um 3.35 Uhr beschossen sie das Dorf Hasadschek (Provinz Aleppo), wobei sechs Menschen getötet und vier weitere verletzt wurden.

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    Tags:
    Terrormiliz Daesh, USA, Irak, Mossul
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