19:58 05 August 2020
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    Island ist das Land mit dem ältesten Parlament der Welt. Am kommenden Samstag wird es neu gewählt. Unter den Favoriten ist laut „The Washington Post“ eine der schrillsten Parteien des Landes: Die Piratenpartei.

    Im derzeitigen isländischen Parlament seien die Piraten eigentlich eine Randerscheinung. Die Partei belegt drei Sitze – von insgesamt 63. Doch liegen die Outsider laut Zeitung in den letzten Umfragen vor allen anderen Parteien vorn, einschließlich der regierenden Partei der Gerechtigkeit.

    Dabei hätten sich die Piraten erst vor knapp vier Jahren, im November 2012, zu einer Partei zusammengeschlossen. Die Bewegung sei ursprünglich von ein paar Internetaktivisten, Dichtern und Hackern gegründet worden. Inzwischen sei sie ein Sammelsurium für Anhänger unterschiedlichster politischer Ansichten – größtenteils Anarchisten und Libertäre, schreibt das Blatt.

    Ihre Beschlüsse treffe die Partei durch Internet-Votes. Und genauso müsse auch die Landesregierung arbeiten, sind die Piraten überzeugt. Die Isländer finden diese Idee offensichtlich gut: In der letzten Umfrage der isländischen Tageszeitung „Morgunbladid“ haben sich 22,6 Prozent für die Piraten ausgesprochen – die Regierungspartei unterstützten 21,1 Prozent, schreibt „The Washington Post“. Im Juni dieses Jahres erreichten die Beliebtheitswerte der Piratenpartei gar knappe 30 Prozent bei 22,7 Prozent Zustimmung für die Partei der Gerechtigkeit.

    Selbst die Partei-Chefin ist vom Erfolg der Piraten überrascht. Sie hätte sich überhaupt nicht vorstellen können, dass ihre Partei den Weg vom Outsider zur stärksten Kraft im Parlament in so kurzer Zeit gehen könnte, sagte die Parteivorsitzende Birgitta Jónsdóttir – Dichterin, Programmiererin und ehemalige WikiLeaks-Aktivistin – gegenüber der Zeitung.

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    Tags:
    Piratenpartei, WikiLeaks, Island