07:30 22 Oktober 2018
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    Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer

    Merkel fährt nicht zum CSU-Parteitag

    © AFP 2018 / Thomas Kienzle
    Politik
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    Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel kommt Ende nächster Woche nicht als Gastrednerin zum Parteitag der Schwesterpartei CSU. Dies verlautete am Samstag aus CSU-Kreisen.

    Darauf habe sich Merkel in einem Vier-Augen-Gespräch mit dem CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer am Freitagabend im Kanzleramt geeinigt, hatte zuvor die "Bild am Sonntag" berichtet.

    Die CSU bricht damit mit einer jahrzehntelangen Tradition. Normalerweise gilt die Teilnahme der Parteivorsitzenden an den jeweiligen Parteitagen der Schwesterpartei in der Union als Pflicht.

    Ursprünglich sollte die CSU erst auf ihrer Vorstandssitzung am kommenden Montag über eine Teilnahme der Bundeskanzlerin entscheiden. CSU-Chef Seehofer hatte bis zuletzt offen gelassen, ob er Merkel zum Parteitag einladen werde oder nicht. Grund sei das angespannte Verhältnis der beiden Parteivorsitzenden wegen der Flüchtlingspolitik.

    Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, dass der CSU-Parteitag Anfang November zum ersten Mal seit Angela Merkels Wahl im Jahr 2005 ohne die Bundeskanzlerin stattfinden werde. CSU-Chef Horst Seehofer und Merkel sollen sich in dieser Frage einig seien, schrieb die Zeitung Mitte Oktober.

    Die beiden Parteien CSU und CDU streiten sich seit Monaten über die Flüchtlingspolitik. Während die CSU eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen verlangt, lehnt Merkel eine solche ganz ab.

    Vor diesem Hintergrund sollen CSU-Politiker gesagt haben, dass ein Besuch der Bundeskanzlerin zu früh käme und die Aussöhnung in der Union gefährden könnte, so die SZ damals. Im vergangenen Jahr hatte Seehofer Merkel gar eine Viertelstunde lang auf offener Bühne für ihre Flüchtlingspolitik kritisiert. Genau deswegen herrscht in der CSU die Ansicht, dass Merkels Besuch im laufenden Jahr keinem nutzen würde. Sollte die Kanzlerin zu herzlich empfangen werden, werde sich die CSU-Basis überrumpelt fühlen. Werde sie angegriffen, würden sich die Beziehungen zwischen CDU und CSU erneut verschlechtern.

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    Tags:
    Streit, Verhältnis, Flüchtlingspolitik, Einladung, CDU, CSU, Horst Seehofer, Angela Merkel, Deutschland