20:03 08 Dezember 2019
SNA Radio
    Lego-Partisanen

    Kriegspsychose: Baltikum rüstet sich für Partisanenkrieg gegen „russische Besatzer“

    © Flickr / Franckfbe
    Politik
    Zum Kurzlink
    4121248
    Abonnieren

    Die baltischen Staaten fürchten sich seit längerem ernsthaft vor einer russischen Invasion. Da sie aber offensichtlich nicht wirklich auf den Schutz durch die Nato setzen, bereiten sie sich nun für einen Guerilla-Krieg vor.

    So hat zum Beispiel das litauische Verteidigungsministerium in der vergangen Woche eine 75-seitige Broschüre veröffentlicht (auch online verfügbar), in der geschildert wird, wie man sich im Falle einer Invasion verhalten sollte.

    In dem 75-seitigen Dokument mit dem Titel „Sich für das Überleben in Notsituationen und Krieg rüsten", wird geschrieben, dass „ein besonderes Augenmerk auf die Handlungen Russlands gelegt werden sollte“, da dieses Land keine Bedenken dabei habe,  „Waffengewalt gegen seine Nachbarn einzusetzen“.

    Die Broschüre, die sich an die drei Millionen Litauer richtet, enthält zahlreiche Abbildungen russischer gepanzerter Fahrzeuge und Munition. Das Handbuch bietet auch Erste-Hilfe-Infos und Tipps, wie man in der Wildnis überleben könnte, darunter auch, „Wie  man  Kondome benutzen kann, um Wasser und Essen zu transportieren“.

    Detailliert wird auch beschrieben, wie  ein einfacher Bürger die feindlichen Militärs ausspionieren sollte. 

    „Es ist wichtig, dass die Zivilisten vorbereitet sind und den Willen zum Widerstand haben. Wenn dieses Element stark ist, wird es ein Aggressor schwer haben, die Bedingungen für eine Militär-Invasion zu schaffen“, heißt es in der Broschüre, die demnächst in 30.000 Exemplaren im Land verteilt werden soll.

    Die neue Broschüre
    © Foto : A. Pliadžio, KAM
    Die neue Broschüre

    Zur selben Zeit bereitet sich die freiwillige Verteidigungsorganisation „Estonian Defence League“, der rund 26.000 Esten angehören, auf einen Partisanenkrieg vor. Laut The New York Times sollen diese Trainings im Falle einer “Okkupation” durch Russland einfachen Bürgern dazu verhelfen, einen echten Guerilla-Krieg gegen die Besatzer zu führen.

    Solche Übungen seien bei den Esten in den letzten Jahren beinahe zu einem Nationalsport geworden, schreibt der NYT-Korrespondent. Die Teilnehmer, darunter auch Teenager, werden trainiert, russische Panzerwagen zu unterscheiden, im Wald zu überleben, sogenannte I.E.D.s (Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen) herzustellen und erste Hilfe zu leisten.

    Zudem soll ein spezielles Programm die Bürger Estlands dazu bewegen, Schusswaffen für den Eigengebrauch zu kaufen.

    Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin  die Berichte über die Absicht Russlands, die baltischen Länder mit Einsatz von Atomwaffen zu erobern, als Wahnsinn bezeichnet.

    „Aus meiner Sicht verstehen alle vernünftigen Personen, die sich ernsthaft mit Politik auseinandersetzen, dass Berichte über die Bedrohung seitens Russlands in Bezug auf, sagen wir mal, die baltischen Staaten, ein totaler Irrsinn sind“, sagte Putin im Interview mit der Agentur Bloomberg. „Wollen wir etwa gegen die Nato kämpfen? Wie viele Menschen leben in den Nato-Ländern? Etwa 600 Millionen, oder? Russland zählt dagegen 146 Millionen.“

    Putin zufolge betreibt Russland eine friedliche Außenpolitik, die auf Zusammenarbeit ausgerichtet ist.

    Der Beschluss, die Nato-Ostflanke zu stärken, war seit Ende 2014 als Reaktion auf die Ereignisse auf der Krim und in der Ukraine besprochen worden und im Juli dieses Jahres beim Nato-Gipfel in Warschau endgültig gebilligt worden. Die Nato will schon 2017 gleich vier multinationale, rotierende Bataillone in den baltischen Staaten und in Polen stationieren. Zur Bildung der Truppen sind bereits die Rahmenstaaten bestimmt worden: In Lettland wird Deutschland dafür verantwortlich sein, in Litauen Kanada, in Estland Großbritannien und in Polen die USA.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Nato stellt Eigenmittel für ihre Infrastruktur in Estland bereit
    Feuerwehrmann in Augsburg totgeschlagen: Polizei nimmt Verdächtigen fest
    Schock-Video: Prügeln hier Krampusse auf Migranten ein? – Verein spricht von „Falschmeldungen“
    Absturz von MiG-23 in Libyen: Generalstab der Haftar-Armee nennt Ursache