23:51 22 November 2019
SNA Radio
    Kurdische Flagge

    Rakka-Befreiung mit Kurden stellt Ankara-Washington-Achse auf Probe - Experte

    © AFP 2019 / DELIL SOULEIMAN
    Politik
    Zum Kurzlink
    Kampf gegen den IS (813)
    12397
    Abonnieren

    Eine Befreiungsoffensive auf die syrische Stadt Rakka unter Beteiligung der Kurden-Einheiten wird die Spannungen zwischen der Türkei und den USA verschärfen und eine neue Chaoswelle in der Region hervorrufen, wie der türkische Nahost-Experte Bora Bayraktar gegenüber Sputnik sagte.

    Washingtons Position zu Rakka bleibt Bayraktar zufolge weiter unklar und kann, wie es schon in Afghanistan und dem Irak der Fall war, nur noch mehr Chaos auslösen.

    „Man bekommt den Eindruck, dass das US-Kommando unter dem Motto handelt: Zuerst beginnen wir eine Befreiungsoperation in Rakka gleichzeitig zu den laufenden Kampfhandlungen in Mossul, dann sehen wir, wozu das führt und wie wir davon profitieren können“, meint der Experte. „Diese Herangehensweise birgt ein hohes Risiko für die syrischen Kurden, da die YPG (kurdische Selbstverteidigungseinheiten – Anm. d. Red.) dadurch in Kampfhandlungen außerhalb ihrer Territorien einbezogen würde.“

    Das Eindringen syrischer Kurden in das überwiegend von Sunniten bewohnte Rakka könne gar in einen kurdisch-arabischen Konflikt münden, warnte der Politologe weiter.

    Was eine mögliche Beteiligung der Türkei an der Rakka-Offensive anbetrifft, könnten Erdogans Kräfte sicherlich nicht an Rakka heranrücken, so Bayraktar. Ihre Operation würde schon in Manbidsch enden.

    „Man kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass eine Teilnahme der Kurden-Einheiten an der Befreiung von Rakka eine Zuspitzung der Beziehungen zwischen Ankara und Washington mit sich bringen wird“, schlussfolgerte der Experte.

    In der vergangenen Woche hatte das US-Militärkommando erklärt, dass sich im Zuge der Befreiungsoffensive auf die irakische Stadt Mossul die internationale Koalition auf eine ähnliche Operation in Rakka vorbereiten sollte. Die Hauptrolle bei der Zurückeroberung der Islamisten-Hochburg in Syrien würde dabei den Einheiten der Demokratischen Kräften Syriens zuteil, die zum größten Teil aus Kämpfern der YPG bestehen. Der türkische Premier Binali Yildirim hat allerdings schon erklärt, dass die Türkei die Rakka-Befreiung nur unter der Voraussitzung unterstützen werde, dass die kurdischen Kämpfer eben nicht teilnehmen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Kampf gegen den IS (813)

    Zum Thema:

    Befreiung von Rakka: Türkei will syrische Opposition zu Operationsteilnahme einladen
    „IS greift Westen aus Rakka an“: US-General fordert schnelles Handeln
    IS-Terroristen fliehen von Mossul nach Rakka – schiitische Milizen
    Tags:
    kurdische Selbstverteidigungskräfte YPG, Binali Yildirim, Mossul, Rakka, USA, Syrien