05:31 18 Juni 2019
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    Italienische Zeitung: Warum die Nato ein starkes Russland braucht

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    Nato verstärkt Aktivitäten an Russlands Grenzen (357)
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    Russlands Erstarken angesichts der Nato-Osterweiterung ist nützlich für die Nordatlantische Allianz, schreibt der Journalist der italienischen Zeitung „Il Sole 24 Ore“, Gianandrea Gaiani.

    Russlands Invasion in die baltischen Länder, wovor die Allianz ihre Mitgliedsländer warne, sei genauso wahrscheinlich wie eine Invasion von Aliens, aber die Nato brauche diese Hypothese, „um die an der Ostfront wieder entstandene Gefahr anzuheizen“, so die Autorin. Jeder Schritt Moskaus von der Entsendung eines Verbandes aus acht Schiffen um den Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ nach Syrien bis zur Entwicklung der neuen ballistischen Interkontinentalrakete Sarmat werde im Westen als „große Gefahr“ gedeutet.

    In Wirklichkeit aber provozierten Washington und London Spannungen, „nur um ihre Militärausgaben zu erhöhen“, so Gianandrea Gaiani weiter. In den vergangenen Jahren wurden die Rüstungsetats der Nato-Länder zunehmend geringer, aber vor dem Hintergrund der vom Kreml ausgehenden Gefahr wachsen sie wieder. Und das, obwohl Russlands Militärausgaben „nicht mehr als 100 Milliarden Dollar pro Jahr betragen“, was aber ein Sechstel des Militäretats der USA und ein Neuntel der Militärausgaben der gesamten Nato ausmache.

    „Natürlich scheut sich Moskau nicht, mit den Muskeln zu spielen und die Fahne zu schwenken. Aber es ist nicht zu übersehen, dass es überall – von der Ukraine bis zu Syrien – in der Offensive spielt“, stellte der Autor fest.

    In beiden Ländern bemühe sich Moskau um die Verteidigung seiner strategischen Interessen. Jetzt, nach der Wiedervereinigung mit der Krim, könne Russland seine Militärstützpunkte nutzen, um seine Kräfte im Mittelmeer und im Indischen Ozean zu unterstützen.

    Es sei darüber hinaus offensichtlich, dass die US-Raketenabwehr in Polen und Rumänien kaum etwas mit der angeblichen iranischen Gefahr zu tun habe, die inzwischen „ein absoluter Anachronismus“ sei. Aber die US-Radare können jetzt den russischen Luftraum kontrollieren, während das System auch für Marschflugkörperangriffe eingesetzt werden könne, so der Reporter.

    Unter solchen Umständen sei die Aufstellung von ballistischen Mittelstreckenraketen in Kaliningrad seien keine aggressive Initiative, sondern nur die Antwort auf die US-Raketenabwehr in Europa, ergänzte Gianandrea Gaiani.

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