23:23 06 Juni 2020
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    Donald Trump wird US-Präsident (182)
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    Donald Trump hat die US-Präsidentenwahl gewonnen – wie wird sich nun seine Außenpolitik gestalten? Wie könnte sein Kurs gegenüber Moskau sein? Mit diesen Fragen beschäftigen sich russische Kommentatoren.

    Der russische TV-Sender Swesda kommentiert in seiner Onlineausgabe, Trump verspreche eine Verständigung mit Russland zu den maßgeblich wichtigen Fragen der internationalen Politik: „Man sollte allerdings weder Trump noch die Partei der Republikaner idealisieren. Deren Politik gegenüber der Sowjetunion und dann gegenüber Russland war noch seit der Eisenhower-Zeit ziemlich aggressiv gewesen. Es ist aber einzuräumen, dass man sich mit ihnen verständigen kann. Sie sind weniger ideologisiert und erkennten fremde Interessen und Stärke an.“

    Trump werde sich offenbar nicht auf seine (fehlenden) außenpolitischen Erfahrungen stützen, sondern auf seine Intuition und auf seine Fähigkeit, Deals zu schließen, aber auch auf seine Stereotypen über Amerikas Rolle und Platz in der Welt, hieß es.

    Der russische Politik-Experte Alexander Simowski sagte dem Sender: „Trump legt Isolationismus in jenen Fragen an den Tag, die die  USA aus seiner Sicht nicht kümmern sollen. Er ist nicht einverstanden mit der These, wonach Amerikas Mission darin bestehe, die unvollkommene Welt außerhalb der USA mit allen Mitteln zu korrigieren.“

    Simowski wies darauf hin, dass Trump die anderen Nato-Mitglieder rügte: „Er sagte, Amerika habe sich nicht verpflichtet, die kärglichen Militäretats der Europäer aus der Tasche der US-Steuerzahler zu bezahlen.“

    „Trump will den Atom-Deal mit dem Iran revidieren und China unter Druck setzen, damit es Nordkorea zurechtweist. Dabei kündigte Trump an, keine Milliarden mehr für den Kampf gegen den Klimawandel ausgeben zu wollen (dieses Thema hält er überhaupt für eine globale Gaunerei). Über die IS-Terroristen äußerte er sich durchaus im Putin-Stil,  indem er ein Pendant zum legendären Ausdruck ‚auf dem Klo kaltmachen‘ hervorbrachte“, so Simowski. 

    „Trumps hypothetische Außenpolitik ist generell eine Art Verpackung seiner Politik im Inland. Trump hat einen feinen Spürsinn für die Ansichten seiner Wähler in Bezug darauf, was außerhalb der USA geschieht. Deshalb verspricht er, außenpolitische Haushalte und Präferenzen zurück ins Land zu bringen, um diese Mittel für amerikanische Bedürfnisse zu gebrauchen“, so Simowski weiter.

    „Trump demonstriert aber fleißig, dass Amerikas Rolle weltweit nicht zurückgehe. Sein neues starkes Amerika soll die Nassauer loswerden. Dadurch soll Amerika schöner werden und fähig sein, die Weltordnung besser zu beaufsichtigen“, kommentierte Simowski.

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    US-Präsidentschaftswahl 2016, Hillary Clinton, Donald Trump, Iran, China, USA