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    US-Wahltag 2016

    Sterbehilfe, Marihuana und neuer Bundesstaat: Worüber die Amerikaner noch abstimmten

    © AFP 2019 / Nicholas Kamm
    Politik
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    Der Präsidentschaftswahlkampf in den USA ist zu Ende gegangen. Überraschend gewann der Republikaner Donald Trump. Am 8. November wurde aber nicht nur der neue US-Präsident gewählt: Zugleich äußerten die Amerikaner ihre Position zu insgesamt 156 Themen – von der Legalisierung Marihuanas für medizinische Zwecke bis zur Abschaffung der Zwangsarbeit.

    Kongresswahl

    US-Wahltag 2016
    © REUTERS / Darren Ornitz
    US-Wahltag 2016

    Die Ergebnisse der Wahl zum US-Repräsentantenhaus sind eher weniger überraschend als die der Präsidentschaftswahl. Zwar wurden noch nicht alle Stimmzettel ausgewertet, aber es ist schon jetzt klar, dass die Republikaner das Unterhaus unter ihrer Kontrolle behalten werden. Zuvor hatten viele Experten vorausgesagt, dass sie auch künftig in beiden Parlamentshäusern das Sagen haben werden. Das ist aber wohl die einzige Prognose für den 8. November, die sich bewahrheitet hat.

    Der 51. Stern

    In den USA könnte es bald 51 Bundesstaaten geben: Die Mehrheit der Einwohner des Bundesdistrikts Columbia, wo die US-Hauptstadt Washington liegt, hat für einen neuen Verwaltungsstatus gestimmt. Allerdings müssen ihre Entscheidung noch beide Parlamentshäuser und der Präsident billigen. Das letzte Mal geschah dies 1959, als Alaska und Hawaii US-Bundesstaaten wurden.

    Das Recht auf den Tod

    Sterbehilfe
    © AP Photo / Yves Logghe
    Sterbehilfe

    Das Recht von unheilbar Kranken auf Sterbehilfe ist weltweit eine der umstrittensten Fragen. Am 8. November gaben die Einwohner Colorados ihre Zustimmung. Colorado ist damit der sechste US-Bundesstaat, wo unheilbar Kranke freiwillig sterben dürfen. Auf dieses Recht können Menschen ab 18 Jahren zurückgreifen, deren Diagnose durch unabhängige Experten bestätigt wurde und die laut Prognosen in maximal sechs Monaten sterben werden.

    Marihuana-Legalisierung

    Klosterfrauen aus dem kalifornischen Talschwestern-Orden
    © Foto : Facebook/Sisters of the Valley
    Klosterfrauen aus dem kalifornischen Talschwestern-Orden

    Die Einwohner der Bundesstaaten Arizona, Nevada, Kalifornien, Massachusetts und Maines stimmten am Dienstag darüber ab, ob Marihuana zu therapeutischen Zwecken legalisiert werden soll. Über seine Legalisierung zu medizinischen Zwecken entschieden gleichzeitig die Einwohner von Florida, North Dakota, Arkansas und Montana. In Kalifornien und Massachusetts steht schon fest, dass Marihuana legal genutzt werden darf. In den anderen Bundesstaaten werden die Stimmzettel noch ausgewertet.

    Zuckersteuer

    Zucker
    © Flickr / Uwe Hermann
    Zucker

    In den Städten San Francisco, Oakland und Albany mussten die Einwohner entscheiden, ob zusätzliche Steuern für Getränke mit hohem Zuckergehalt eingeführt werden sollen. Dadurch wollen die Behörden Fettsucht und andere damit verbundene Krankheiten der Amerikaner bekämpfen. Die Hersteller von Zuckerwasser stemmen sich selbstverständlich vehement gegen diesen Gesetzentwurf.

    Abschaffung der Sklaverei

    Eine Frau im Gefängnis
    © Fotolia / Rafael Ben-Ari
    Eine Frau im Gefängnis

    Die Sklaverei wurde in den USA bereits im Jahr 1863 abgeschafft, aber in Colorado erlauben die Gesetze immer noch Zwangsarbeiten als Bestrafung von Schwerverbrechern. Auch darüber wurde am 8. November abgestimmt.

    Kondome für Pornodarsteller

    Die Einwohner Kaliforniens stimmten auch über einen Gesetzentwurf über die bedingungslose Verwendung von Kondomen in Pornofilmen ab. Laut diesem Gesetzentwurf müssen Pornostudios auch medizinische Untersuchungen und Impfungen der Darsteller bezahlen. Ersten Wahlergebnissen zufolge scheint es, als ob Kalifornien jedoch dagegen stimme.

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    Zum Thema:

    Donald Trump wird US-Präsident
    Tags:
    Kondome, Sklaverei, Zuckersteuer, Marihuana, Sterbehilfe, USA