04:06 27 September 2020
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    Russland vs. Islamischer Staat (888)
    9124624
    Abonnieren

    Russische Kriegsschiffe im Mittelmeer sowie Luftabwehrsysteme in Syrien beunruhigen manche Experten in Israel. Dessen Verteidigungsministerium spricht aber von einer Koordination mit Russland.

    Die russische Tageszeitung „Iswestija“ schrieb am Donnerstag: „Nachdem die russische Flugzeugträger-Kampfgruppe mit der ‚Admiral Kusnezow‘ an der Spitze ins Mittelmeer gekommen war, nahm die Beunruhigung israelischer Politiker merkbar zu. Zwar sprechen die Israelis offiziell von keinen Reibungen, doch regionale Medien warnen, dass Zwischenfälle mit Kampfjets oder Kriegsschiffen der beiden Länder möglich wären.“

    Der frühere israelische Botschafter in Russland, Zvi Magen, sagte dem russischen Blatt: „Kurzfristig gibt es Befürchtungen in Bezug auf eine Begrenzung der strategischen Möglichkeiten und der Bewegungsfreiheit Israels in der Region. Vorerst erregt die Präsenz russischer S-300- und S-400-Luftabwehrsysteme am meisten Besorgnis – innerhalb ihrer Reichweite liegt auch ein Teil des israelischen Territoriums.“

    Mehr zum Thema: Syrien appelliert an UN wegen „Aggression Israels“

    „Mittelfristig geht es aber um politische Probleme, denn die Aktivitäten der russischen Militärs werden als Hilfe für den Iran bei dessen Verbleib in Syrien betrachtet. Dies ist eine ernsthafte Bedrohung für die israelischen Interessen“, so Zvi Magen.

    Franz Klinzewitsch, Vizechef des Verteidigungs-Ausschusses im russischen Föderationsrat (Oberhaus), kommentierte allerdings: „Alle Einsätze, die die russische Luftwaffe derzeit in Syrien absolviert, erfolgen darunter mit Unterstützung durch Israel. Dieser Staat trägt seine Aktivitäten nicht besonders zur Schau, doch in Wirklichkeit ist Israel einer der sichersten Partner und Verbündeten Russlands in Syrien. Die Israelis sollten sich keine Sorgen machen. Die Partnerschaftsbeziehungen sind für uns äußerst wichtig und wir werden keine Zwischenfälle zulassen.“

    Elina Bardach-Yalov, Sprecherin des israelischen Verteidigungsministeriums, sagte der russischen Onlinezeitung vz.ru: „In Bezug auf Syrien-Fragen haben wir eine vollständige Koordination von Aktivitäten sowohl mit Russland als auch mit den Vereinigten Staaten. Mit den beiden Ländern haben wir nach wie vor ausgezeichnete Arbeitsbeziehungen.“

    Israel mische sich weder in den russischen Syrien-Luftwaffeneinsatz noch in den Einsatz der US-geführten Koalition ein. „Uns interessieren nur Fragen der Koordination. Wir liefern keine Bewertungen für das Vorgehen Russlands und der USA in Syrien“, so die israelische Sprecherin.

    Der russische Politik-Experte Andrej Tichonow sieht generell Widersprüche zwischen der Politik Israels gegenüber dessen Nachbarländern und der russischen Politik in Syrien: „Der syrische Staat, der jetzt durch das von Russland unterstützte Assad-Regime vertreten ist, steckt in einem permanenten Konflikt mit Israel. Es genügt eine Erinnerung an den Kampf um die Golanhöhen.“

    Befürchtungen israelischer Medien wegen russischer Kampfjets in Syrien hält Tichonow allerdings für übertrieben. „Das Hauptziel, das wir bekämpfen wollen, ist der Terrorismus. Israel (genauso wie die USA) hat es gern, sich zum Kampf gegen den Terror zu bekennen (…) Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew wird bei seinem Israel-Besuch, denk ich, richtige Worte finden, um die israelischen Falken zu beruhigen“, so Tichonow. Medwedew war am Mittwochabend zu Gesprächen nach Israel gekommen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Russland vs. Islamischer Staat (888)

    Zum Thema:

    Israel fliegt Angriffe gegen Syrien
    Verirrtes Geschoss: Israels Luftwaffe attackiert syrische Armee
    Golanhöhen: Israels Luftwaffe attackiert syrische Stellungen
    Putin übergibt Israel von Syrern erbeuteten israelischen Panzer
    Tags:
    Terrormiliz Daesh, Zvi Magen, Franz Klinzewitsch, Syrien, Russland, Israel