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    Ägypter hält Zeitung mit Donald Trump auf der Titelseite, Kairo, 10.11.'16

    Muslimbrüder sagen Proteste in Kairo ab – wegen Trumps Sieg

    © AP Photo / Amr Nabil
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    Die Islamistenvereinigung „Muslimbruderschaft“ hat ihre als „Tage des Zorns“ angekündigten Proteste in der ägyptischen Hauptstadt Kairo abgesagt. Grund dafür ist Donald Trumps Wahlsieg, wie das Newsportal „news.ru“ berichtet.

    Die „Tage des Zorns“ finden in Ägypten regelmäßig seit dem Sturz von Muhammed Mursi, einem Vertreter der Muslimbruderschaft, im Juli 2013 statt. Auch für den kommenden Freitag hat die Muslimbruderschaft Anti-Regierungs-Proteste in den ägyptischen Großstädten Kairo und Alexandria angekündigt.

    Die Administration des noch amtierenden US-Präsidenten Barack Obama habe Kontakte zur Muslimbruderschaft unterhalten. Das Verhältnis der Amerikaner zum amtierenden ägyptischen Präsidenten Abd al-Fattah as-Sisi, einer Schlüsselfigur beim Sturz Mursis, sei hingegen eher kühl gewesen, schreibt das Portal. Es sei erwartet worden, dass Hillary Clinton als Präsidentin diese Linie fortsetzt.

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    Nun ist eine „Katastrophe für die arabische und die muslimische Welt“ eingetreten: Donald Trumps Wahlsieg. So sagte es der Sprecher der Muslimbruderschaft, Mahmud al-Munir.

    Trumps Verhältnis zur Muslimbruderschaft, die von der jetzigen Regierung als Terrororganisation eingestuft wurde, sei bekanntlich schlecht. Der neugewählte US-Präsident habe as-Sisi mehrmals seine Unterstützung bekundet, sagte der Vorsitzende der Partei der Freien Ägypter, Nader el-Sharkawy, laut Portal. Trump habe durch die Angst vor dem islamistischen Terror mehr Wähler am rechten Flügel mobilisieren können, so der Parteivorsitzende.

    Was Trumps widersprüchliche Äußerungen über Araber und Muslime angehe, bestehe ein Unterschied zwischen Trump als Kandidat, der frei agieren konnte, und Trump als Präsident, der an die Verfassung, die Gesetze und die Institutionen gebunden sei, so der Chef der Freien Ägypter.

    „Der ganze Kongress wird jetzt unter Kontrolle der Republikaner stehen, die ich für große Realisten halte, was den Nahen Osten und den Terror angeht“, sagte Sharkawy. „Der Iran wird boykottiert, vielleicht wird es einen flexibleren Ansatz in der Syrien-Krise geben. Doch muss man abwarten, wie sich die strategische Allianz mit Saudi-Arabien entwickeln wird.“

    Der amtierende ägyptische Präsident as-Sisi sei der erste Staatschef, der Trump zu dessen Wahlsieg gratuliert habe, schreibt das Portal. Dabei habe er Trump Glück gewünscht – „beim Vertreten der Interessen des freundschaftlichen amerikanischen Volkes, das ihm sein Vertrauen ausgesprochen und die Führung des Landes anvertraut hat.“ Das sei der erste Anruf eines ausländischen Staatschefs gewesen, den er erhalten habe, sagte Trump laut „news.ru“.

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    Tags:
    US-Präsidentschaftswahl 2016, Muslimbrüder, Barack Obama, Abd al-Fattah as-Sisi, Mohammed Mursi, Hillary Clinton, Donald Trump, USA, Ägypten, Kairo